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IACM-Informationen vom 4. August 2018

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đŸ·ïž IACM — Die Zeitschrift “Cannabis and Cannabinoid Research” wird demnĂ€chst in einer Hybridform erscheinen

Die Partnerzeitschrift der IACM, Cannabis and Cannabinoid Research, wird im Januar 2019 in ein Hybridmodell der Veröffentlichung ĂŒbergehen. “Dieser Schritt wird die TĂŒr fĂŒr ein höheres Niveau hochqualitativer Wissenschaft öffnen, die der wissenschaftlichen, medizinischen und psychosozialen Erforschung von klinischem Cannabis, Cannabinoiden und Endocannabinoiden gewidmet ist, wĂ€hrend es zugleich den Autoren mehr Möglichkeiten beim Veröffentlichungsprozess bietet”, schrieb Dr. Daniele Piomelli, Herausgeber der Zeitschrift, in seiner AnkĂŒndigung.

Der Übergang zu diesem Hybridmodell bedeutet, dass vierteljĂ€hrliche Ausgaben der Zeitschrift gedruckt und an Bibliotheken in aller Welt verteilt werden. Gleichzeitig wird Autoren von Artikeln, die angenommen wurden, die Möglichkeit gegeben, diese sofort online zu veröffentlichen.

Cannabis and Cannabinoid Research

🌐 Großbritannien — Die Regierung möchte einen begrenzten Zugang zur medizinischen Verwendung von Cannabis erlauben

Im Zuge einer Lockerung des Gesetzes zur Regulierung von Medikamenten, welche aus der verbotenen Pflanze gewonnen werden, plant Großbritannien, Ärzten zu gestatten, medizinisches Cannabis zu verschreiben. Innenminister Sajid Javid erklĂ€rte am 26. Juli, dass entsprechend spezialisierte Ärzte ab dem Herbst cannabisbasierte medizinische Produkte verschreiben dĂŒrfen. Der Konsum zu Freizeitzwecken bleibt verboten.

“JĂŒngst zurĂŒckliegende FĂ€lle von kranken Kindern machten mir klar, dass unsere Position bezĂŒglich cannabisbasierter medizinischer Produkte nicht zufriedenstellend war”, sagte Javid. “Dem Rat von zwei Gruppen unabhĂ€ngiger Ratgeber folgend, habe ich die Entscheidung getroffen, cannabisbasierte medizinische Produkte neu zu bewerten – was bedeutet, dass sie auf Rezept verfĂŒgbar sein werden.”

Reuters vom 26. Juli 2018

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Nabilon verbessert die Unruhe und weiteres symptomatisches Verhalten bei Patienten mit Morbus Alzheimer

Ergebnisse einer klinischen doppelblinden Studie, die bei der internationalen Konferenz der Alzheimer-Gesellschaft (AAIC) 2018 in Chicago vorgestellt wurden, legen nahe, dass Nabilon wirksam gegen die Unruhe bei Menschen mit der Alzheimer-Krankheit sein kann. Nabilon ist ein synthetisches THC-Derivat. Die Studie an Erwachsenen mit mĂ€ĂŸig schwerem bis schwerem Morbus Alzheimer wurde von Dr. Krista L. LanctĂŽt, Professorin fĂŒr Psychiatrie und Pharmakologie/Toxikologie an der UniversitĂ€t von Toronto (Kanada), geleitet.

WÀhrend der 14-wöchigen Behandlungsdauer erhielten 39 Teilnehmer (77 Prozent mÀnnlich, durchschnittlich 87 Jahre alt) 6 Wochen lang Nabilon in Form von Kapseln (durchschnittliche Dosis: 1,6 mg), gefolgt von sechs Wochen mit Placebo, mit je einer Woche zwischen den Behandlungsphasen. ZusÀtzlich zur Messung der Unruhe beurteilten die Forscher allgemeine Verhaltenssymptome, wie ErinnerungsfÀhigkeit und körperliche VerÀnderungen. Sie fanden heraus, dass die Unruhe und das allgemeine Verhalten sich signifikant verbesserten. Die Forscher stellten wÀhrend der Studie zudem kleine Verbesserungen bei der geistigen LeistungsfÀhigkeit und ErnÀhrung fest.

Science Daily vom 24. Juli 2018

🌐 Georgien — Das Verfassungsgericht urteilt, dass Menschen nicht lĂ€nger fĂŒr die Verwendung von Cannabis bestraft werden können

Das Verfassungsgericht von Georgien erklĂ€rte am 30. Juli, dass Menschen wegen der Verwendung von Cannabis nicht lĂ€nger mit Strafen wie etwa Bußgeldern rechnen mĂŒssen. Diese Entscheidung, die sofort in Kraft tritt, erging acht Monate, nachdem das Gericht strafrechtliche Sanktionen beim Cannabiskonsum abgeschafft hatte.

Dieses Urteil betrifft nur den Konsum von Cannabis, wĂ€hrend Anbau und Verkauf eine Straftat bleiben. Das Urteil, das von den vier vorsitzenden Richtern des Gerichts verfasst wurde, besagt, dass es nur dann mit der Verfassung konform sei, jemanden fĂŒr die Verwendung von Cannabis zu bestrafen, wenn der Konsum eine dritte Person gefĂ€hrden wĂŒrde, wie der Konsum der Droge in einer Erziehungseinrichung, an gewissen öffentlichen PlĂ€tzen wie etwa im öffentlichen Nahverkehr oder in der Gegenwart von Kindern.

Constitutional court outlaws all punishment for cannabis consumption in Georgia

Kurzmeldungen

🌐 Großbritannien — Die Mehrheit unterstĂŒtzt die Legalisierung von Cannabis

Die britische Öffentlichkeit unterstĂŒtzt die Legalisierung von Cannabis. In einer Umfrage durch die Zeitung “The Independent” mit mehr als 1.500 Teilnehmern wurden die Menschen gefragt, ob sie den Vorschlag, “Cannabis zu legalisieren, so dass “es legal innerhalb eines staatlich regulierten Marktes auf die gleiche Weise verkauft werden kann wie Zigaretten und Alkohol”, unterstĂŒtzten oder ablehnten. Insgesamt befĂŒrworteten 22 Prozent diesen Schritt sehr, wĂ€hrend 29 Prozent ihn etwas unterstĂŒtzten, was zu einer UnterstĂŒtzung durch insgesamt 51 Prozent fĂŒhrte.

The Independent vom 14. Juli 2018

🌐 Italien — Die Gesundheitsministerin will den Zugang zu Cannabis fĂŒr medizinische Zwecke ausweiten

In einer Stellungnahme erklĂ€rte Gesundheitsministerin Giulia Grillo, dass sie medizinisches Cannabis in allen Apotheken haben möchte. „Ich favorisiere eine Partnerschaft zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor, um die Produktion zu erhöhen“, fĂŒgte sie hinzu.

Huffington Post vom 31. Juli 2018

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Cannabis verbessert die LebensqualitĂ€t von Patienten mit Kopf- und Nackenkrebs

In einer Studie schienen 74 Patienten mit neu diagnostiziertem Kopf- und Nackenkrebs, die Cannabiskonsumenten waren, eine bessere LebensqualitÀt zu haben als 74 Patienten, die kein Cannabis verwendeten, darunter eine reduzierte Angst, weniger Schmerzen und Depressionen und einen verbesserten Appetit sowie ein gebessertes allgemeines Wohlbefinden.

Abteilung fĂŒr Otolaryngologie – Kopf- und Nackenchirurgie, McMaster UniversitĂ€t, Hamilton, Kanada.

Zhang H, et al. JAMA Otolaryngol Head Neck Surg, 2. August 2018 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Ein synthetisches CBD-Derivat wirksam bei Hautfibrose

In einem Tiermodell fĂŒr systemische Sklerose (Bleomycin-induzierte Fibrose) beugte VC-004.3, ein synthetischer Abkömmling von CBD, der Hautfibrose, der Aktivierung von Makrophagen und der Infiltration durch T-Lymphozyten vor. Die Ă€ußerliche Gabe von VCE-004.3 linderte ebenfalls die Hautfibrose.

Biomedizinisches Forschungsinstitut Maimonides, CĂłrdoba, Spanien.

Del Rio C, et al. Br J Pharmacol, 22. Juli 2018 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Zellen — THC hemmt die Stimulierung von T-Lymphozyten durch Interferon-Alpha und Interleukin-7

THC vermittelt die UnterdrĂŒckung der T-Zell- Stimulierung durch IFN-Alpha (Interferon-Alpha) und Il-7 (Interleukin-7). Diese Wirkung war bei Zellen von HIV-Positiven geringer. Die Autoren folgerten, dass „diese Ergebnisse zusĂ€tzlich THC als immunsuppressive Substanz unterstĂŒtzen, wĂ€hrend sie mögliche nĂŒtzliche Aspekte cannabisbasierter Therapien bei HIV-positiven Patienten identifizieren“.

Institut fĂŒr integrative Toxikologie, staatliche UniversitĂ€t von Michigan, USA.

Henriquez JE, et al. J Pharmacol Exp Ther, 19. Juli 2018 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Der Gehalt von THC und CBD in Produkten, die von australischen Kindern mit Epilepsie zur Selbstbehandlung verwendet werden, variiert erheblich

In einer australischen Umfrage mit 41 Familien, die ihre Kinder mit Cannabis behandelten, gab es eine hohe VariabilitĂ€t der Cannabinoid-Gehalte und -Profile, die als „wirksam“ erlebt wurden, ohne klare Unterschiede zwischen Extrakten, die als „wirksam“ und „unwirksam“ wahrgenommen wurden. Entgegen der Erwartungen der Familien enthielten die meisten Proben geringe CBD-Konzentrationen, wĂ€hrend THC in nahezu allen Proben vorhanden war.

Die Lambert-Initiative fĂŒr Cannabinoidtherapeutika, UniversitĂ€t von Sydney, Australien.

Suraev A, et al. Sci Rep. 2018;8(1):10154.

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Die Aktivierung des CB2-Rezeptors reduziert das Gefallen an Alkohol

Die Behandlung von MĂ€usen mit einem synthetischen Cannabinoid (JWH 133), das selektiv den CB2-Rezeptor aktiviert, reduziert die Versuche der Tiere, Zugang zu Alkohol zu bekommen, wĂ€hrend die Blockierung des CB2-Rezeptors diese AktivitĂ€ten verstĂ€rkte. Die Autoren schlagen Cannabinoide „als Mittel zur Behandlung von Alkoholkonsumstörungen“ vor.

Institut fĂŒr Neurowissenschaften, UniversitĂ€t Miguel Hernandez-CSIC, Alicante, Spanien.

Navarrete F, et al. Biochem Pharmacol, 28. Juli 2018 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — CBD verstĂ€rkt die krebshemmenden Wirkungen von Gemcitabin gegen Krebs der BauchspeicheldrĂŒse

In einer Studie mit MĂ€usen mit BauchspeicheldrĂŒsenkrebs erhöhte eine Kombination aus CBD und Gemcitabin das Überleben um das Dreifache im Vergleich zu Gemcitabin allein. Ein Antagonismus am GPR55-Rezeptor spielte eine wichtige Rolle bei dieser Wirkung. CBD ist ein bekannter Antagonist am GPR55-Rezeptor. Die Autoren schlagen klinische Studien mit CBD und Gemcitabin „als eine neue vielversprechende Therapie zur Verbesserung des Behandlungsergebnisses von Patienten mit Pankreaskrebs“ vor.

Queen Mary UniversitĂ€t von London, Großbritannien.

Ferro R, et al. Oncogene, 30. Juli 2018 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Ein Fallbericht legt nahe, dass CBD nĂŒtzlich beim Tourette-Syndrom sein könnte

Ein Fallbericht legt nahe, dass CBD nĂŒtzlich beim Tourette-Syndrom sein könnteEine Patientin mit Tourette-Syndrom, die nicht auf eine Standardtherapie und THC ansprach, zeigte eine deutliche Verbesserung nach der tĂ€glichen Gabe von 10 mg THC in Kombination mit 20 mg CBD.

Klinik fĂŒr Psychiatrie und Psychotherapie, Brugg, Schweiz.

Pichler EM, et al. Int J Psychiatry Med. 2018 Jul 30:91217418791455.

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Das Endocannabinoid PEA verbesserte das Ergebnis nach einer unzureichenden Blutzufuhr unter der Geburt

Die Gabe von PEA (Palmitoylethanolamid) nach ihrer Geburt reduzierte die gesundheitlichen Konsequenzen einer unzureichenden Zufuhr von Blut und Sauerstoff bei der Geburt von MĂ€usen. Die Behandlung mit PEA beugte einer EntzĂŒndung der Nerven vor und erhielt die geistige LeistungsfĂ€higkeit.

Regionalkrankenhaus der UniversitÀt von Målaga, Spanien.

Holubiec MI, et al. Psychopharmacology (Berl), 29. Juli 2018 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Das Endocannabinoid PEA verbessert die Leberzirrhose

In einem Rattenmodell der Leberzirrhose bewirkte PEA (Palmitoylethanolamid) eine signifikante Verbesserung. Diese Wirkung könnte durch die Hemmung der AktivitÀt von Sternzellen der Leber und Kupfer-Zellen vermittelt werden.

Medizinische FakultÀt, Hokkaido UniversitÀt, Sapporo, Japan.

Ohara M, et al. Front Pharmacol. 2018;9:709.

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Cannabidivarin könnte hilfreich beim Rett-Syndrom sein

In einem Mausmodell des Rett-Syndroms hemmte eine 14-tĂ€gige Behandlung mit CBDV (Cannabidivarin) Änderungen des Verhaltens und des Gehirns. Das Rett-Syndrom ist eine seltene, genetisch bedingte Entwicklungsstörung des Nervensystems.

Istituto Superiore di SanitĂ , Rom, Italien.

Vigli D, et al. Neuropharmacology, 26. Juli 2018 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Starker Cannabiskonsum hat keinen relevanten Einfluss auf die Leberfunktion

In einer Studie mit 42 Patienten mit CannabisabhÀngigkeit wurde die Leberfunktion nicht durch die Blutspiegel von THC und seinem Stoffwechselprodukt THC-COOH beeinflusst.

Evangelisches Krankenhaus Castrop-Rauxel, Deutschland.

Bonnet U, et al. J Psychoactive Drugs, 27. Juli 2018:1-6.[im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Nabilon wird von Kindern, die sich einer Chemotherapie unterziehen, gut toleriert

In einer retrospektiven Analyse von 110 Kindern, die Nabilon fĂŒr die Vorbeugung vor Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer Krebschemotherapie erhielten, wurde dieses synthetische THC-Derivat gut toleriert. Die hĂ€ufigsten Nebenwirkungen waren MĂŒdigkeit (20 Prozent) und Schwindel (10 Prozent), und sie waren im Allgemeinen von geringer klinischer Bedeutung. Allerdings war die Wirksamkeit von Nabilon gering.

Prinzessin Margaret Krebszentrum, UniversitÀres Gesundheitsnetzwerk, Toronto, Kanada.

Polito S, et al. Pediatr Blood Cancer. 2018:e27374.