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IACM-Informationen vom 26. Januar 2013

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đŸ·ïž Wissenschaft 🌐 Israel — Die medizinische Verwendung von Cannabis kann zu einer dramatischen Linderung bei Menschen mit chronischen Erkrankungen fĂŒhren

Eine Behandlung mit Cannabis kann den Appetit verbessern, Schmerzen lindern und mehr. Das erklĂ€rten Forscher der UniversitĂ€t von Tel Aviv. "Auch wenn es eine Kontroverse gibt, so hat medizinischer Cannabis als eine wirksame Therapie Boden gutgemacht. Es lindert Symptome bei Erkrankungen wie Krebs, posttraumatischer Belastungsstörung, ALS und mehr", heißt es in einem Bericht der Amerikanischen Freunde der UniversitĂ€t von Tel Aviv, der in Science Daily nachgedruckt wurde.

Im Hadarim-Pflegeheim wurden 19 Patienten im Alter zwischen 69 und 101 Jahren ein Jahr lang aufgrund von Erkrankungen wie Schmerzen, Appetitlosigkeit, Muskelspasmen und Zittern mit medizinischem Cannabis behandelt. WÀhrend der Studie erzielten 17 Patienten ein gesundes Gewicht. Muskelspasmen, Steifheit, Muskelzittern und Schmerzen nahmen signifikant ab. Nahezu alle Patienten gaben eine Zunahme der geschlafenen Stunden und eine Abnahme von AlbtrÀumen an. Die Forscher fanden heraus, dass es eine deutliche Abnahme der eingenommenen verschriebene Medikamente, wie Mittel gegen Psychosen und Parkinson-Krankheit, Medikamente zur Stabilisierung der Stimmung und Schmerzmittel gab, und sie wiesen darauf hin dass diese Medikamente starke Nebenwirkungen verursachen können. Am Ende der Studie konnten 72 % der Teilnehmer ihre Medikamenteneinnahme um durchschnittlich 1,7 Medikamente pro Tag reduzieren.

It's True: Medical Cannabis Provides Dramatic Relief for Sufferers of Chronic Ailments

Medical Cannabis Provides Dramatic Relief for Sufferers of Chronic Ailments, Israeli Study Finds

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Eine kĂŒrzlich veröffentlichte epidemiologische Studie, die einen Zusammenhang zwischen jugendlichem Cannabiskonsum und reduzierter Intelligenz nahe gelegt hat, könnte zu falschen Schlussfolgerungen ge

Eine bahnbrechende Studie, die einen Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum durch Jugendliche und eine reduzierte Intelligenz im Erwachsenenalter nahelegt, könnte die Daten nicht korrekt analysiert haben, so dass die Abnahme der Intelligenz wahrscheinlicher auf einem geringeren sozioökonomischen Status und nicht auf Cannabis beruht haben könnte. Zu diesem Ergebnis gelangt eine norwegische Studie. Der neue Artikel wurde in der Zeitschrift PNAS, Proceedings of the National Academy of Sciences of the United States of America, veröffentlicht. "Meine Studie zeigt vor allem, dass die angewandten Methoden und prĂ€sentierten Analysen in der ursprĂŒnglichen Forschungsarbeit unzureichend sind, um andere ErklĂ€rungen (fĂŒr einen niedrigeren IQ) auszuschließen", erklĂ€rte Ole Rogeberg, ein Ökonom am Frisch-Zentrum fĂŒr Ökonomische Forschung in Oslo, gegenĂŒber Reuters.

Die Dunedin-Studie ist ein laufender Bericht der UniversitĂ€t von Otago (Neuseeland), die 1037 neuseelĂ€ndische Kinder, die zwischen April 1972 und MĂ€rz 1973 geboren sind, Ă€rztlich ĂŒberwacht. Die Studie begleitet sie seit 40 Jahren. Die Teilnehmer wurden periodisch hinsichtlich ihrer Intelligenz und anderer Faktoren getestet, inklusive der Verwendung von Drogen. Im Jahr 2012 veröffentlichte die Psychologin Madeline Meier eine Studie, in der sie erklĂ€rte, dass es einen Zusammenhang zwischen jugendlichem Cannabiskonsum und einem geringeren Intelligenzquotienten gibt. In seinem Artikel folgerte Rogeberg, dass "die kausalen Wirkungen, die von Meier et al. geschĂ€tzt wurden, wahrscheinlich ĂŒberschĂ€tzt wurden, und dass der wahre Effekt null sein könnte. (
) Auch wenn es zu hart sein könnte zu sagen, dass die Ergebnisse diskreditiert wurden, so ist die Methodik doch fehlerhaft und der kausale Zusammenhang, der aus den Ergebnissen gezogen wurde, voreilig."

Rogeberg O. Correlations between cannabis use and IQ change in the Dunedin cohort are consistent with confounding from socioeconomic status. Proc Natl Acad Sci U S A, 14. Januar 2013 [Im Druck ]

Reuters vom 23. Januar 2013

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — CBD kann nach einer experimentellen Studie hilfreich bei Angststörungen sein

In einem Experiment mit 48 gesunden Teilnehmern, die an einem Test zur Furcht-Konditionierung teilnahmen, verstĂ€rkte CBD (Cannabidiol) die Festigung (Konsolidierung) der anschließenden Extinktion (Auslöschung der Furcht) und könnte daher bei der Behandlung von Angststörungen von Nutzen sein. Die Wissenschaftler der Abteilung fĂŒr Klinische Psychopharmakologie der UniversitĂ€t von London (Großbritannien) fĂŒhrten ein Experiment der klassischen Konditionierung durch. Auf einen neutralen Stimulus, in diesem Fall ein farbiger Kasten, folgte ein zweiter (unangenehmer Reiz), in diesem Fall elektrische Schocks. SpĂ€ter verursachte der erste (neutrale) Reiz eine körperliche Reaktion, weil der Proband erwartete, dass der elektrische Schock folgen wĂŒrde. Bei der Extinktion handelt es sich um einen Lernprozess, bei dem die erlernte Reaktion auf den ersten Reiz verschwindet, wenn dieser Reiz ohne den zweiten (unangenehmen) Reiz auftritt. Dieses Erlernen der Extinktion stellt eine wichtige Herangehensweise bei der Behandlung von Angststörungen dar.

Die Teilnehmer erhielten 32 mg CBD in einem doppelblinden placebokontrollierten Design entweder vor oder nach der Extinktion. In allen drei Behandlungsgruppen wurde erfolgreich eine Konditionierung und die Extinktion der Furcht beobachtet. CBD, das nach der Extinktion gegeben wurde, verstĂ€rkte die Konsolidierung der Extinktion. Es gab keine akuten Wirkungen von CBD auf die Extinktion. Die Autoren folgerten, dass "diese Befunde den ersten Beweis dafĂŒr liefern, dass CBD die Konsolidierung des Extinktionslernens beim Menschen verstĂ€rken kann und legt nahe, dass CBD ein Potenzial als Zusatzmedikament bei Therapien von Angststörungen, die auf der Extinktion basieren, besitzt."

Das RK, Kamboj SK, Ramadas M, Yogan K, Gupta V, Redman E, Curran HV, Morgan CJ. Cannabidiol enhances consolidation of explicit fear extinction in humans. Psychopharmacology (Berl), 10. Januar 2013 [im Druck]

🌐 USA — Ein Bundesgericht lehnt eine Petition zur Umklassifizierung von Cannabis ab

Es gibt einige Hinweise, die die Behauptungen unterstĂŒtzen, dass Cannabis einen gesundheitlichen Nutzen haben kann. Dies sei jedoch nicht genug, um die EinschĂ€tzung der Bundesregierung der USA, die Droge sollte streng kontrolliert werden, zu ĂŒberstimmen. Dies entschied ein Bundesberufungsgericht am 22. Januar Das Urteil bedeutet, dass die Drogenbehörde der USA Marihuana (Cannabis) auf der Liste der gefĂ€hrlichsten, am strengsten kontrollierten Drogen, wie beispielsweise auch Heroin, belassen kann.

UnterstĂŒtzer fĂŒr medizinischen Cannabis hatten im Jahr 2011 gegen die Klassifizierung der Bundesdrogenbehörde DEA geklagt. Die KlĂ€ger, darunter Americans for Safe Access, hĂ€tten jedoch nicht ĂŒberzeugend darlegen können, dass Cannabis eine wirksame, akzeptierte und sichere medizinische Verwendung findet, erklĂ€rte das Bundesberufungsgericht fĂŒr Washington D.C. Ohne weitere wissenschaftliche Beweise mĂŒsse das Gericht der DEA den Vortritt lassen, schrieb Richter Harry Edwards. Seit 1970 hat die US-Bundesregierung Marihuana als eine Klasse-I-Droge eingestuft, eine Kategorie, die fĂŒr Substanzen ohne akzeptierte medizinische Verwendung und mit einem hohen Missbrauchpotenzial reserviert ist.

Reuters vom 22. Januar 2013

Kurzmeldungen

đŸ·ïž Wissenschaft — 6. EuropĂ€ischer Workshop zu Cannabinoiden

Der 6. EuropĂ€ischer Workshop zu Cannabinoiden findet vom 18. – 20. April 2013 am Trinity College in Dublin (Irland) statt.

Kongress-Webseite

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Cannabiskonsum beeinflusste in einer Umfrage nicht die Krankheitsschwere der Epilepsie

Die Verwendung von Cannabis beeinflusste nicht die KrankheitsaktivitĂ€t der Epilepsie, wĂ€hrend der Konsum anderer illegaler Drogen zu einer Verschlechterung der AnfĂ€lle fĂŒhrte. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage mit 310 Epilepsie-Patienten. Von allen Patienten gaben 63 (20,3 %) einen Cannabiskonsum nach der Epilepsie-Diagnose an, und 16 (5,2 %) verwendeten andere illegale Drogen. Der Cannabiskonsum beeinflusste meistens nicht die Epilepsie (in 84,1 % der FĂ€lle).

Neurologische Klinik, UniversitÀtskrankenhaus Charité Berlin, Deutschland.

Hamerle M, et al. Eur J Neurol, 11. Januar 2013 [im Druck]

🌐 USA — Der BĂŒrgermeister von San Diego beendet die Razzien gegen Cannabis-Verteilungsstellen

Der BĂŒrgermeister von San Diego, Bob Filner, ordnete in einem Brief an die zustĂ€ndigen Stellen der Stadt an, "die Razzien gegen Marihuana-Verteilungsstellen einzustellen". Diese AnkĂŒndigung stellt eine Änderung der Verfolgung von Verteilungsstellen in der zweitgrĂ¶ĂŸten Stadt Kaliforniens dar. Im Jahr 2011 hatte der Staatsanwalt der Stadt Anklagen gegen mehr als 100 Verteilungsstellen erhoben und die meisten geschlossen.

Reuters vom 11. Januar 2013

Am 10. Januar wurde von einem Gericht in Diekirch das Urteil in der Cannabis-AffĂ€re um den Arzt Jean Colombera gesprochen. Dr. Colombera hatte an 25 seiner Patienten Cannabis des niederlĂ€ndischen Unternehmens Bedrocan verschrieben, was in Luxemburg nicht erlaubt ist. Nach Aussagen des Richters habe der Arzt das Gesetz gebrochen, wurde jedoch von der Absicht geleitet, seinen Patienten zu helfen, ohne jede kriminelle Haltung. Das Gericht verzichtete auf eine GefĂ€ngnis- oder Geldstrafe und das Urteil wurde fĂŒr ein Jahr ausgesetzt. Er kann weiterhin als Arzt tĂ€tig sein und wird freigesprochen, wenn er wĂ€hrend dieser Zeit nicht erneut gegen das Gesetz verstĂ¶ĂŸt. (Persönliche Mitteilung von Jean Colombera)

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — CBD hemmt die AktivitĂ€t eines bestimmten Leberenzyms

Das natĂŒrliche Pflanzencannabinoid CBD (Cannabidiol) hemmt die AktivitĂ€t des Enzyms Zytochrom-Rezeptorkomplexes P450 2C19. Enzyme des Zytochrom-P450-Komplexes sind fĂŒr den Abbau von Medikamenten verantwortlich. Medikamente, die durch das 2C19-Enzym dieses Komplexes abgebaut werden, inklusive vieler Protonenpumpenhemmer und Antiepileptika, könnten langsamer abgebaut werden, wenn sie zusammen mit CBD verabreicht werden.

FakultĂ€t fĂŒr Pharmazeutische Wissenschaften, Hokuriku-UniversitĂ€t, Japan.

Jiang R, et al. Drug Metab Pharmacokinet, 15. Januar 2013 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Genvarianten des CB1-Rezeptors sind mit Darmbewegungen assoziiert

In einer Studie mit 455 Patienten mit Reizdarm und 228 gesunden Personen waren bestimmte Varianten des Gens fĂŒr den Cannabinoid-1-Rezeptor mit Bewegungen des Dickdarms assoziiert. "Diese Daten unterstĂŒtzen die Hypothese, dass Cannabinoidrezeptoren eine Rolle bei der Kontrolle der Dickdarm-Passage und der damit verbundenen Wahrnehmungen beim Menschen spielen könnten. Sie verdienen weitere Untersuchungen als mögliche Vermittler oder therapeutische Angriffspunkte bei unteren funktionellen gastrointestinalen Störungen."

Mayo-Klinik, Rochester, USA.

Camilleri M, et al. Am J Physiol Gastrointest Liver Physiol, 10. Januar 2013 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Endocannabinoide reduzieren Entzugssymptome von Opiaten

Die Hemmung des Abbaus von Endocannabinoiden reduzierte die Entzugssymptome bei Morphin abhĂ€ngigen MĂ€usen. Die Autoren folgerten, dass die Hemmung des Endocannabinoid-Abbaus "einen viel versprechenden Ansatzpunkt fĂŒr die Behandlung der Opiat-AbhĂ€ngigkeit darstellt".

Medizinische FakultÀt von Virginia, Virginia Commonwealth UniversitÀt, Richmond, USA.

Ramesh D, et al. Neuropsychopharmacology, 3. Januar 2013 [im Druck]