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IACM-Informationen vom 24. November 2007

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đŸ·ïž Wissenschaft — Cannabis verbessert neuropathische Schmerzen in klinischer Studie

Nach einer klinischen Studie mit 125 Patienten, die unter der Leitung von Prof. Turo Nurmikko vom Walton-Zentrum fĂŒr Neurologie und Neurochirurgie in Liverpool in verschiedenen Zentren durchgefĂŒhrt wurde, reduzierte der Cannabisextrakt Sativex signifikant neuropathische Schmerzen. In dieser 5-wöchigen Placebo-kontrollierten Studie erhielten 63 Patienten Sativex und 62 ein Placebo. Die Patienten nahmen ihre bisherige Schmerzmedikation weiterhin ein. 69 Prozent der Patienten nahmen Opiate ein.

Die mittlere Reduzierung der SchmerzintensitĂ€t auf einer Skala von 0 bis 10 war bei den Patienten, die Sativex erhielten, signifikant grĂ¶ĂŸer als mit dem Plazebo (mittlere Reduzierung: -1,48 Punkte gegenĂŒber -0,52 Punkte). Signifikante Verbesserungen wurden auch bei anderen Parametern festgestellt, darunter Schlaf und der Gesamteindruck des Patienten von der Änderung. Die Nebenwirkungen waren im Allgemeinen gering bis mĂ€ĂŸig stark. Von allen Teilnehmern beendeten 18 Prozent unter Sativex und 3 Prozent unter Plazebo die Studie vorzeitig. Eine offene VerlĂ€ngerung der Studie zeigte, dass die ursprĂŒngliche Schmerzlinderung ohne Dosissteigerung 52 Wochen lang bestehen blieb.

(Quellen: Nurmikko TJ, Serpell MG, Hoggart B, Toomey PJ, Morlion BJ, Haines D. Sativex successfully treats neuropathic pain characterised by allodynia: A randomised, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Pain, 6. November 2007; [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck]; Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 12. November 2007)

đŸ·ïž Wissenschaft — Cannabidiol könnte hilfreich bei der Reduzierung der AggressivitĂ€t von Brustkrebszellen sein

In einem Mausmodell fĂŒr metastasierenden Brustkrebs reduzierte das natĂŒrliche nicht-psychotrope Cannabinoid Cannabidiol (CBD) die AggressivitĂ€t von Brustkrebszellen. CBD hemmte ein Protein mit dem Namen Id-1. Id-Proteine spielen eine wichtige Rolle in der Tumorzellbiologie. Die Wissenschaftler des kalifornischen pazifischen Medizinzentrum-Forschungsinstituts folgerten, dass "CBD die erste nicht toxische von außen zugefĂŒhrte Substanz darstellt, die die Id-1-Expression von metastasierenden Brustkrebszellen reduziert und so zu einer Reduzierung der TumoraggressivitĂ€t fĂŒhrt".

Die Autoren betonen, dass sie Patienten nicht das Rauchen von Cannabis nahe legen. Sie fĂŒgten hinzu, dass es unwahrscheinlich sei, dass wirksame Konzentrationen von CBD durch das Rauchen von Cannabis erreicht werden könnten. Der leitende Forscher Dr. Sean McAllister erklĂ€rte: "Zur Zeit haben wir eine begrenzte Zahl von Möglichkeiten zur Behandlung aggressiver Krebsarten. Diese Behandlungen, wie etwa die Chemotherapie, können wirksam, jedoch auch extrem toxisch und schwierig fĂŒr die Patienten sein. Diese Substanz nĂ€hrt die Hoffnung auf eine nicht-toxische Behandlung, die die gleichen Ergebnisse erzielen könnte, ohne die schmerzhaften Nebenwirkungen."

(Quellen: BBC News vom 19. November 2007; McAllister SD, Christian RT, Horowitz MP, Garcia A, Desprez PY. Cannabidiol as a novel inhibitor of Id-1 gene expression in aggressive breast cancer cells. Mol Cancer Ther 2007;6(11):2921-7.)

Kurzmeldungen

🌐 USA — Cannabisproduktion

Nach einem Bericht des Justizministeriums hat das Cannabispflanzenvernichtungsprogramm (genannt "Kampagne gegen das Anpflanzen von Marihuana") Cannabisproduzenten zur Indoor-Produktion veranlasst. Der Bericht stellt fest, dass eine Nebenwirkung des Wechsels zum innerhĂ€uslichen Anbau ist, dass "die Gruppen hochprozentigeres Marihuana wĂ€hrend des ganzen Jahres produzieren, was eine exponentielle Erhöhung des erhaltenen Profits ermöglicht". Der Bericht stellt zudem fest, dass das Pflanzenvernichtungsprogramm die VerfĂŒgbarkeit von Cannabis nicht reduziert hat. Der Cannabismarkt der USA sei "gesĂ€ttigt". Der Bericht ist verfĂŒgbar unter: http://www.usdoj.gov/ndic/pubs25/25921/25921p.pdf (Quelle: National Drug Threat Assessment 2008)

đŸ·ïž Wissenschaft — MigrĂ€ne

Italienische Wissenschaftler zeigten, dass das Endocannabinoidsystem bei Patienten mit MigrĂ€ne und Kopfschmerzen, die durch eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Medikamenteneinnahme verursacht wurde, gestört ist. Verglichen mit 20 gesunden Personen waren die Konzentrationen der Endocannabinoide 2-AG und Anandamid in den BlutplĂ€ttchen von 20 Patienten mit MigrĂ€ne und von 20 Patienten mit Medikamenten-Kopfschmerzen erniedrigt. Auch die Serotoninspiegel waren in den zwei Patientengruppen deutlich reduziert. (Quelle: Rossi C, et al. Eur J Clin Pharmacol, 15. November 2007 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

đŸ·ïž Wissenschaft — Übelkeit

In einem Tiermodell fĂŒr antizipatorische Übelkeit mit Ratten war Cannabidiol (CBD) und ein Hemmer des Endocannabinoidabbaus (URB597) wirksam bei der Reduzierung der Übelkeit. Antizipatorische Übelkeit von Chemotherapie-Patienten spricht auf verfĂŒgbare Mittel gegen Übelkeit nicht gut an. Diese Form der Übelkeit wird durch Reize, die mit einer frĂŒheren Übelkeit assoziiert sind (beispielsweise GerĂŒche des Krankenhauszimmers), ausgelöst, bevor die aktuelle Chemotherapie verabreicht wird. (Quelle: Rock EM, et al. Psychopharmacology (Berl), 9. November 2007 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

đŸ·ïž Wissenschaft — Leberzirrhose

In einer tierexperimentellen Studie mit Ratten mit Leberzirrhose fĂŒhrte die Aktivierung von CB2-Rezeptoren mit einem selektiven CB2-Rezeptoragonisten wĂ€hrend neun Tagen zu einer signifikanten Reduzierung der Zeichen einer Fibrose, inklusive einer Reduzierung der EntzĂŒndung und einer Verbesserung des arteriellen Blutdrucks. (Quelle: Munoz-Luque J, et al. J Pharmacol Exp Ther, 20. November 2007 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

đŸ·ïž Wissenschaft — Cannabidiol

In Tierexperimenten mit MÀusen wurde gezeigt, dass hohe CBD-Dosen bestimmte pharmakologische Wirkungen von niedrigen THC-Dosen, wie verringerte AktivitÀt und erniedrigte Körpertemperatur, potenzieren. (Quelle: Hayakawa K, et al. Brain Res, 12. Oktober 2007 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

đŸ·ïž Wissenschaft — Menstruationszyklus

Wissenschaftler aus Nord-Carolina untersuchten die Wirkung verschiedener Faktoren auf die follikulÀre Phase des Menstruationszyklus. Die follikulÀre Phase ist die Phase bis zum Eisprung (erste HÀlfte des Menstruationszyklus). Gelegentliche Cannabiskonsumenten (bis zu dreimal in den letzten drei Monaten) wiesen eine lÀngere follikulÀre Phase auf als Nichtkonsumenten (3,5 Tage). Die follikulÀre Phase von hÀufigen Konsumenten (mehr als dreimal) war nahezu zwei Tage lÀnger als die von Nichtkonsumenten. (Quelle: Jukic AM, et al. J Womens Health (Larchmt) 2007;16(9):1340-1347.)