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IACM-Informationen vom 20. Januar 2007

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đŸ·ïž Wissenschaft 🌐 Großbritannien — Cannabisextrakt wirksam bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen in zwei klinischen Studien

In einer Pressemitteilung des britischen Unternehmens GW Pharmaceuticals vom 15 Januar 2007 wurden die Ergebnisse zweier klinischer Studien mit dem Cannabisextrakt Sativex vorgestellt, eine bei Patienten mit durch Allodynie gekennzeichneten neuropathischen Schmerzen, die andere bei Patienten mit schmerzhafter diabetischer Neuropathie. In der ersten Studie fĂŒhrte die Verwendung von Sativex zu klinisch bedeutenden Verbesserungen der Schmerzkontrolle und der SchlafqualitĂ€t. Die Ergebnisse der Studie bei Patienten mit diabetischer Neuropathie zeigen einen weniger klaren Unterschied zwischen dem Cannabisextrakt und dem Placebo. Beide Studien konzentrierten sich auf Patienten, die bereits die am besten verfĂŒgbaren Schmerzbehandlungen erhielten und dennoch an starken Schmerzen litten. Die anderen Schmerzmedikamente wurden wĂ€hrend der Studien beibehalten.

Die erste Studie schloss 246 Patienten mit neuropathischen Schmerzen, die durch eine Allodynie charakterisiert waren, ein. Allodynie bezeichnet das Auftreten von Schmerzen in Reaktion auf normalerweise nicht schmerzhafte Reize. Der primÀre Endpunkt der Studie, die Rate der Ansprechbarkeit, fiel signifikant zugunsten von Sativex aus. Zudem fielen zwei wichtige sekundÀre Wirksamkeitsendpunkte, der allgemeine Eindruck der VerÀnderung des Patienten und die Beurteilung der SchlafqualitÀt, statistisch signifikant zugunsten von Sativex aus.

Die Studie zur diabetischen Neuropathie schloss 297 Patienten ein. In dieser Studie zeigten die Patienten, die Sativex einnahmen, eine mittlere Verbesserung der Schmerzwerte um 30 Prozent, und ein Drittel der Patienten erzielte eine mehr als 50-prozentige Verbesserung der Schmerzen. Allerdings sind die Studienergebnisse wegen eines ungewöhnlich starken Ansprechens in der Placebogruppe schwer zu interpretieren. Obwohl alle Ergebnisparameter im Vergleich zu Placebo zugunsten von Sativex ausfielen, erreichten sie keine statistische Signifikanz.

Mehr unter: http://www.gwpharm.com

(Quelle: GW Pharmaceuticals vom 15. Januar 2007)

Kurzmeldungen

🌐 USA — Kalifornien

Am 17. Januar fĂŒhrten Bundesbeamte Razzien in 11 medizinischen Cannabisverteilungszentren im Kreis Los Angeles durch. Die gleichzeitigen Razzien, Teil einer laufenden Untersuchung durch die Bundesdrogenbehörde, war die grĂ¶ĂŸte Aktion im Kreis in der jĂŒngeren Geschichte. Die Aktion der Bundesbeamten verĂ€rgerte einige lokale Beamte und wurde durchgefĂŒhrt, obwohl ein stattliches Gesetz den Besitz und den Anbau von Cannabis durch qualifizierte Patienten erlaubt. (Quelle: Los Angeles Times vom 18. Januar 2007)

🌐 USA — SĂŒdkarolina

Ein staatlicher Senator, dessen erste Frau einen schmerzvollen Tod erlitt, will, dass der Staat die Verwendung von medizinischem Cannabis erlaubt. Senator Bill Mescher erklĂ€rte, er trage sich seit etwa 20 Jahren mit diesem Gedanken. "Meine erste Frau starb an Lungenkrebs – ein langer quĂ€lender Tod," erklĂ€rte der Republikaner. Ein Arzt habe gesagt, dass Cannabis die Schmerzen und die Übelkeit der Chemotherapie lindern könnte, das Gesetz von SĂŒdkarolina dies jedoch nicht erlaube. Allerdings ist Mescher angesichts des Rufs der Droge hinsichtlich der Chancen der Gesetzesvorlage nicht optimistisch. (Quelle: Associated Press vom 16. Januar 2007)

đŸ·ïž Wissenschaft — Spastik

Nach einer tierexperimentellen Studie wird die Kontrolle der Spastik bei der multiplen Sklerose durch CB1- und nicht durch CB2-Rezeptoren vermittelt. (Quelle: Pryce G, Baker D. Br J Pharmacol, 15. Januar 2007; [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

đŸ·ïž Wissenschaft — MagengeschwĂŒr und EntzĂŒndung der BauchspeicheldrĂŒse

Nach Tierforschung verursacht die Aktivierung von CB1-Rezeptoren gegenteilige Wirkungen im Magen und in der BauchspeicheldrĂŒse. Im Magen zeigten Cannabinoide schĂŒtzende Wirkungen gegen Stress-induzierte MagengeschwĂŒre, wĂ€hrend sie in der BauchspeicheldrĂŒse die Schwere einer durch eine Chemikalie ausgelösten EntzĂŒndung verstĂ€rkten. (Quelle: Dembinski A, et al. J Physiol Pharmacol 2006;57 Suppl 5:137-54.)

đŸ·ïž Wissenschaft — Selbsttherapie

DĂ€nische und amerikanische Wissenschaftler testeten die Selbsttherapiehypothese bei Depressionen und Aggressionen bei 119 Cannabis konsumierenden Personen. Sie schlossen aus ihren Untersuchungen, dass Personen mit frĂŒherer Depression Cannabis nicht als Mittel zur Selbstbehandlung verwenden. Sie erleben hĂ€ufiger eine spezifische Zunahme ungĂŒnstiger Symptome, wĂ€hrend sie unter dem Einfluss von Cannabis sind, und erleben weniger wahrscheinlich eine spezifische Symptomlinderung. Nach Aussage der Wissenschaftler gebe es jedoch Hinweise, dass Cannabis als Mittel zur Selbsttherapie bei Problemen der Aggressionskontrolle verwendet wird. (Quelle: Arendt M, et al. Psychol Med 2007;1-11.)

đŸ·ïž Wissenschaft — Herpes Zoster

In einem Tiermodell von Schmerzen im Zusammenhang mit einer Herpes-Zoster-Infektion wurden verschiedene Medikamente auf ihre Wirksamkeit zur Reduzierung von Schmerzen getestet. Die folgenden Medikamente waren wirksam: Morphium, Amitriptylin, Gabapentin, Ibuprofen und das synthetische Cannabinoid WIN55,212-2. (Quelle: Hasnie FS, et al. Neuroscience, 28. Dezember 2006; [Elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])