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IACM-Informationen vom 2. November 2013

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đŸ·ïž Wissenschaft/Zellen — Grundlagenforschung zeigt, dass nicht psychotrope Cannabinoide wie Cannabidiol wirksame krebshemmende Mittel bei LeukĂ€mie sind

Neue Forschung hat gezeigt, dass nicht psychotrope Cannabinoide der Cannabispflanze wirksame krebshemmende Mittel sein könnten. Die krebshemmenden Eigenschaften von THC, dem primĂ€ren psychotropen Bestandteil von Cannabis, werden seit vielen Jahren anerkannt. Die Studie wurde durch das Team an der St. George‘s UniversitĂ€t in London mit LeukĂ€miezellen durchgefĂŒhrt. Das Team von Dr. Wai Liu und seinen Kollegen fĂŒhrte Laboruntersuchungen mit einer Anzahl von Cannabinoiden durch, entweder allein oder in Kombination mit den anderen. Von den untersuchten Cannabinoiden wies jedes so starke krebshemmende Eigenschaften wie THC auf. Bemerkenswerterweise wiesen sie eine verstĂ€rkte Wirkung auf die Krebszellen auf, wenn sie kombiniert wurden.

Dr. Liu erklĂ€rte: „Diese Substanzen sind in der Lage, die Entwicklung von Krebszellen zu beeintrĂ€chtigen, sie auf ihrem Weg zu stoppen und sie am Wachstum zu hindern. In einigen FĂ€llen können sie durch die Verwendung spezifischer Dosierungsmuster Krebszellen zerstören. In einer Kombination mit verfĂŒgbaren Behandlungsverfahren könnten wir einige hochwirksame Strategien fĂŒr die Krebstherapie entdecken.“ Die Studie untersuchte Cannabidiol (CBD), Cannabigerol (CBG) und Cannabigevarin (CBGV).

Pressemitteilung der St George's UniversitÀt von London vom 14. Oktober 2013

Scott KA, Shah S, Dalgleish AG, Liu WM. Enhancing the activity of cannabidiol and other cannabinoids in vitro through modifications to drug combinations and treatment schedules. Anticancer Res 2013;33(10):4373-80.

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Wie CBD bei CannabisabhĂ€ngigkeit helfen könnte

Grundlagenforschung von zwei Forschergruppen der Vereinigten Arabischen Emirate und der USA zeigen einen möglichen Mechanismus auf, durch den Cannabidiol (CBD) das Potenzial zur Behandlung der CannabisabhĂ€ngigkeit haben könnte, so wie es durch frĂŒhere Forschung mit Cannabiskonsumenten nahegelegt wird. Wissenschaftler des Nationalen Instituts fĂŒr den Drogenmissbrauch in Baltimore (USA) zeigten, dass KynurensĂ€ure, die die Alpha-7-Untereinheit des nikotinischen Acetylcholinrezeptors (α7-nACh-Rezeptor) hemmt, die belohnenden Eigenschaften von THC bei Ratten und Affen, die von THC abhĂ€ngig sind, reduziert. KynurensĂ€ure ist ein Produkt des normalen Stoffwechsels der AminosĂ€ure L-Tryptophan. Die Forscher schrieben, dass die Modulierung der KynurensĂ€ure „eine pharmakologische Strategie fĂŒr das Erreichen einer Marihuana-Abstinenz und fĂŒr die Vorbeugung vor einem RĂŒckfall darstellt“.

Eine Gruppe von der medizinischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t von Abu Dhabi in Al Ain (Vereinigte Arabische Emirate) zeigte, dass CBD die durch Acetylcholin induzierten elektrischen Ströme an der Alpha-7-Untereinheit des nikotinischen Acetylcholinrezeptors hemmt. Sie folgerten, dass ihre Ergebnisse „zeigen, dass CBD die Funktion des α7-nACh-Rezeptors hemmt“. Die Cannabidiol-Wirkung bei CannabisabhĂ€ngigkeit könnte darĂŒber hinaus auf weiteren Wirkmechanismen basieren.

Mahgoub M, Keun-Hang SY, Sydorenko V, Ashoor A, Kabbani N, Al Kury L, Sadek B, Howarth CF, Isaev D, Galadari S, Oz M. Effects of cannabidiol on the function of α7-nicotinic acetylcholine receptors. Eur J Pharmacol, 18. Oktober 2013. [im Druck]

Justinova Z, Mascia P, Wu HQ, Secci ME, Redhi GH, Panlilio LV, Scherma M, Barnes C, Parashos A, Zara T, Fratta W, Solinas M, Pistis M, Bergman J, Kangas BD, Ferré S, Tanda G, Schwarcz R, Goldberg SR. Reducing cannabinoid abuse and preventing relapse by enhancing endogenous brain levels of kynurenic acid. Nat Neurosci 2013;16(11):1652-61.

Kurzmeldungen

🌐 USA — Erstmals unterstĂŒtzt eine Mehrheit die Legalisierung von Cannabis

Eine Mehrzahl der US-BĂŒrger befĂŒrwortet zum ersten Mal die Legalisierung von Cannabis. Das zeigt eine Umfrage, die am 22. Oktober veröffentlicht wurde. Gallup erklĂ€rte, dass eine klare Mehrheit der Amerikaner - 58 % - erklĂ€rt, dass Cannabis legalisiert werden sollte, eine Zunahme um 10 % im vergangenen Jahr. Im Jahr 1969 - als Gallup zum ersten Mal diese Frage stellte - waren nur 12 % fĂŒr eine Legalisierung. In den 70er-Jahren lag die Zahl bei 28 % und sie erreichte 50 % im Jahr 2011. Bei der Umfrage wurden 1028 Erwachsene im Alter von 18 Jahren oder Ă€lter befragt.

UPI vom 22. Oktober 2013

đŸ·ïž Wissenschaft 🌐 USA — Die Behörden genehmigen klinische Studien mit CBD bei Kindern mit Epilepsie

Die US-Behörden haben zwei klinische Studien zur Beurteilung der Wirksamkeit von Cannabidiol (CBD), ein nicht psychotropes Pflanzencannabinoid, bei der Behandlung von therapieresistenten kindlichen Epilepsien genehmigt. Die beiden genehmigten Studien werden an der medizinischen FakultĂ€t in New York und an der UniversitĂ€t von Kalifornien in San Francisco durchgefĂŒhrt. Dies berichtet die Zeitung O'Shaughnessy's. Die Cannabidiol-Zubereitungen in den Studien werden vom britischen Unternehmen GW Pharmaceuticals, das Medikamente auf der Basis von Cannabisextrakten, inklusive Sativex, herstellt, bereitgestellt.

O'Shaughnessy's

🌐 Frankreich — Sativex steht vor der Zulassung

Der Cannabisextrakt Sativex von GW Pharmaceuticals steht kurz vor der Zulassung in Frankreich fĂŒr die Behandlung der Spastik wegen Multipler Sklerose. Sativex wird in Frankreich durch den europĂ€ischen Partner von GW Pharmaceuticals, Almirall, verkauft, wenn die nationalen Preise und Erstattungsregeln geklĂ€rt sind. Das Medikament, das unter die Zunge gesprĂŒht wird, ist zurzeit in Großbritannien, Spanien, Deutschland, Kanada, DĂ€nemark, Norwegen, Israel, Österreich, Polen, Schweden, Italien und Finnland erhĂ€ltlich.

Reuters vom 21. Oktober 2013

🌐 Uruguay — Die Regierung will Cannabis fĂŒr einen Dollar pro Gramm verfĂŒgbar machen

Die Regierung von Uruguay erklĂ€rte, das Land wolle Cannabis legal fĂŒr einen Dollar pro Gramm verfĂŒgbar machen, um den Drogenhandel zu bekĂ€mpfen. Der Plan zur Etablierung einer von der Regierung kontrollierten illegalen Cannabisindustrie wurde bereits vom Unterhaus des Kongresses verabschiedet, und PrĂ€sident JosĂ© Mujica will ihn als Teil seiner BemĂŒhungen zur Entwicklung von Alternativen zum Krieg gegen die Drogen so schnell wie möglich durch den Senat bringen.

Associated Press von 21. Oktober 2013

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Cannabinoid verstĂ€rkt die antiepileptischen Wirkungen anderer Medikamente

Daten, die in Studien mit Ratten erhoben wurden, legen nahe, dass die gemeinsame Gabe des synthetischen Cannabinoids WIN 55,212-2 und bekannten Antiepileptika (Lamotrigin, Pregabalin und Topiramat) mit nĂŒtzlichen antikonvulsiven Wechselwirkungen assoziiert ist.

Institut fĂŒr Pathophysiologie, Medizinische UniversitĂ€t, Lublin, Polen.

Luszczki JJ, et al. Eur J Pharmacol, 23. Oktober 2013 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — THC und Resiniferatoxin wirken synergistisch bei der Reduzierung der Übelkeit

Tierexperimentelle Forschung mit SpitzmĂ€usen zeigt, dass THC und Resiniferatoxin, das an den Vanilloid-Rezeptor (TRPV1-Rezeptor) bindet, synergistisch bei der Reduzierung von Übelkeit und Erbrechen wirken. Die Autoren schrieben, dass "die Kombination von CB1/2- und TRPV1-Agonisten die FĂ€higkeit besitzt, die durch Cisplatin verursachte Übelkeit in Dosen, die bei alleiniger Gabe unwirksam sind, vollstĂ€ndig zu unterdrĂŒcken".

Kolleg fĂŒr Osteopathische Medizin am Pazifik, Western-UniversitĂ€t fĂŒr Gesundheitswissenschaften, Pomona, USA.

Darmani NA, et al. Eur J Pharmacol, 21. Oktober 2013 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Das Endocannabinoidsystem wird durch körperliches Training aktiviert und reduziert Schmerzen

Studien mit Ratten legen nahe, dass körperliches Training das Endocannabinoidsystem aktivieren könnte und dadurch Schmerzen reduziert. Die Autoren schrieben, dass ihre Ergebnisse "nahe legen, dass das Endocannabinoidsystem die durch aerobes Training induzierte Schmerzhemmung in der Peripherie und dem Zentralnervensystem vermittelt".

Institut fĂŒr Pharmakologie, Institut fĂŒr biologische Wissenschaften, UniversitĂ€t von Minas Gerais, Belo Horizonte, Brasilien.

Souza GG, et al. Neuropharmacology, 19. Oktober 2013 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Zellen — Die Wirkungen von Tamoxifen gegen Brustkrebs könnten zum Teil durch Cannabinoid-Rezeptoren vermittelt werden

Tamoxifen ist als selektiver Östrogenrezeptor-Modulator klassifiziert und wird fĂŒr die Behandlung von Patienten mit Östrogenrezeptor-positivem Brustkrebs verwendet. Eine neue Studie zeigt, dass Tamoxifen auch an den CB1- und den CB2-Rezeptor bindet. Die Forscher folgerten, dass diese Ergebnisse "fĂŒr die Verwendung neuer, wirksamer nicht toxischer Krebsmedikamente, die ĂŒber die CB1 und/oder CB2-Rezeptoren vermittelt werden, genutzt werden könnten".

Institut fĂŒr Pharmakologie und Toxikologie, Medizinische FakultĂ€t, UniversitĂ€t von Arkansas fĂŒr Medizinische Wissenschaften, Little Rock, USA.

Prather PL, et al. Biochem Biophys Res Commun, 19. Oktober 2013 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Angiotensin schĂŒtzt den Magen durch Aktivierung von CB1-Rezeptoren

In Studien mit Ratten fĂŒhrte die Stimulierung des zentralen Angiotensin-Rezeptors ĂŒber die Aktivierung von Cannabinoid-1-Rezeptoren zum Schutz der Schleimhaut des Magens. Angiotensin ist ein Peptid-Hormon, das die Konstriktion von BlutgefĂ€ĂŸen und damit eine Erhöhung des Blutdrucks verursacht.

Institut fĂŒr Pharmakologie und Pharmakotherapie, Medizinische FakultĂ€t, Semmelweis UniversitĂ€t, Budapest, Ungarn.

Gyires K, et al. Mol Cell Endocrinol, 18. Oktober 2013 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Das Endocannabinoid Oleoylethanolamid reduziert die Dyskinesie bei der Parkinson-Krankheit

Die langzeitige Verwendung von Levodopa (L-DOPA) bei der Parkinson-Krankheit fĂŒhrt hĂ€ufig zur Entwicklung von unnormalen, unwillkĂŒrlichen Bewegungen, die als L-DOPA-induzierte Dyskinesie bezeichnet werden. In Studien mit MĂ€usen wurden diese Nebenwirkungen durch das Endocannabinoid Oleoylethanolamid (OEA) reduziert. Die Forscher schrieben, dass "diese Studie die Hypothese unterstĂŒtzt, dass das Endocannabinoidsystem eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und AusprĂ€gung von Dyskinesien spielt und ein wirksames Ziel fĂŒr die Behandlung der L-DOPA-induzierten Dyskinesien sein könnte".

Institut Cajal, CSIC, Madrid, Spanien.

GonzĂĄlez-Aparicio R, et al. Neurobiol Dis, 17. Oktober 2013 [im Druck]