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IACM-Informationen vom 2. Juli 2011

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USA — Die Bundesregierung gibt in einer ErklĂ€rung bekannt, welche lizenzierten Anbauer von Cannabis mit einer strafrechtlichen Verfolgung in Staaten mit medizinischen Cannabisgesetzen rechnen mĂŒssen

Das Bundesjustizministerium der USA erklĂ€rte in einem Memorandum an StaatsanwĂ€lte des Bundes, dass Cannabisverteilungsstellen und lizenzierte Anbauer in Staaten mit medizinischen Cannabisgesetzen strafrechtlich verfolgt werden können, weil sie die Bundesgesetze fĂŒr Drogen und GeldwĂ€sche brechen. Es heißt darin, dass ein Memorandum des Bundesjustizministeriums aus dem Jahr 2009 Staaten nicht vor strafrechtlicher Verfolgung schĂŒtzt. Im Jahr 2009 hatte das Justizministerium den Strafverfolgungsbehörden mitgeteilt, dass sie sich mit ihren Ressourcen nicht auf Patienten und Betreuer konzentrieren sollten, die in Übereinstimmung mit den staatlichen medizinischen Cannabisgesetzen handeln.

Das neue Memorandum sagt, dass sich diese Sichtweise nicht geĂ€ndert hat. "Allerdings gibt es eine Zunahme im Umfang des kommerziellen Anbaus, des Verkaufs, der Verteilung und der Verwendung von Marihuana fĂŒr angebliche medizinische Zwecke", heißt es in dem neuen Memorandum. Im Hinblick auf groß angelegte Cannabis-Anbauzentren heißt es: "Einige dieser geplanten Einrichtungen rechnen mit Einnahmen von mehreren Millionen Dollar auf der Grundlage eines geplanten Anbaus von zehntausenden Cannabispflanzen." Am 30. Juni erklĂ€rte die Sprecherin des Bundesjustizministeriums Tracy Schmaler, dass die neue Stellungnahme keine neue Politik darstelle, sondern eine Klarstellung der Politik bedeute.

Mehr unter:

http://www.pressherald.com/news/nationworld/justice-memo-says-pot-growers-could-face-federal-prosecution_2011-07-01.html

(Quelle: Associated Press vom 30. Juni 2011)

Italien — BĂŒrger können nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs kleine Cannabismengen zuhause anbauen

Der oberste Gerichtshof Italiens urteilte am 28. Juni, dass BĂŒrger auf ihren Balkonen und Terrassen kleine Mengen Cannabis anbauen dĂŒrfen. Solche Mengen "könnten keine SchĂ€den verursachen", erklĂ€rte das Kassationsgericht. Mit Hinweis auf diese BegrĂŒndung wiesen die obersten Richter eine Berufung durch die Staatsanwaltschaft des Berufungsgerichts von Catanzaro zurĂŒck. Die Berufung wandte sich gegen den Freispruch eines 23-JĂ€hrigen, der wegen der Haltung einer Cannabispflanze in einer kleinen Vase auf seinem heimischen Balkon in der Stadt Scalea in Kalabrien angeklagt worden war.

Dieses Urteil deutet ein neues Kapitel beim Kassationsgericht an, wo der Anbau von BetĂ€ubungsmitteln bisher immer eine Strafe verlangte, selbst wenn es um sehr geringe Mengen ging. Das Gericht verursachte im Jahr 2009 einige Aufregung, als es erklĂ€rte, dass es legal sei, Cannabis anzubauen, solange die Menschen ihn nicht ausreichend groß werden ließen, um ihn ernten zu können. Es ordnete an, dass die Polizei nur eingreifen solle, wenn es eine konkrete Bedrohung gebe.

Links:

- http://www.lifeinitaly.com/news/en/145687

- http://www.upi.com/Top_News/World-News/2011/06/29/In-Italy-no-need-to-hide-the-pot-plants/UPI-74621309392885/

(Quellen: ANSA vom 28. Juni 2011, UPI vom 29. Juni 2011)

Kurzmeldungen

USA — Montana

Ein Richter hat Teile des Gesetzes von Montana blockiert, das harte neue Restriktionen fĂŒr staatlich anerkannte medizinische Cannabis-Lieferanten eingefĂŒhrt hĂ€tte, die am 1. Juli in Kraft treten sollten. In einer einstweiligen VerfĂŒgung, die am 30. Juni veröffentlicht wurde, urteilte Distriktrichter James Reynolds in Helena, dass diese BeschrĂ€nkungen dazu fĂŒhren wĂŒrden, dass viele Patienten keinen Zugang mehr zu Cannabis hĂ€tten, die nach dem sieben Jahre alten medizinischen Cannabisgesetz ein Anrecht darauf hĂ€tten. (Quelle: Reuters vom 1. Juli 2011)

USA — Sativex

Das Unternehmen GW Pharmaceuticals gab bekannt, dass in den USA eine zweite Phase-III-Studie mit seinem Cannabisextrakt Sativex begonnen habe, um die Wirkungen auf die Schmerzen von Patienten mit fortgeschrittenem Krebs zu untersuchen. Diese Indikation stellt die erste anvisierte Indikation fĂŒr Sativex in den Vereinigten Staaten dar. Diese Studie wird vollstĂ€ndig von Otsuka Pharmaceutical, der Lizenzpartner von GW in den USA, finanziert. (Quelle: Pressemitteilung von GW Pharmaceuticals vom 30. Juni 2011)

Wissenschaft — Sport

Nach Forschung an der staatlichen UniversitĂ€t von Idaho in Pocatello (USA) reduzierten sowohl der Opioidantagonist Naloxon als auch der Cannabinoidrezeptor-Antagonist Rimonabant die Belohnungseigenschaften von körperlichem Training bei Ratten. Sport macht dann nicht mehr so viel Spaß. (Quelle: Rasmussen EB, Hillman C. Exp Clin Psychopharmacol, 27. Juni 2011 [im Druck])

Wissenschaft — Schmerzen

Nach Forschung an der UniversitĂ€t von Calgary (Kanada) reduzierte eine Analog-Substanz des so genannten "abnormalen Cannabidiols" Schmerzen in einem Rattenmotel fĂŒr akute GelenksentzĂŒndungen. Diese Wirkung wurde durch den vermuteten Cannabinoidrezeptor GPR55 vermittelt. (Quelle: Schuelert N, McDougall JJ. Neurosci Lett, 13. Juni 2011 [im Druck])

Wissenschaft — Diabetes

In einer Studie mit 2411 Teilnehmern mit einem durchschnittlichen Alter von 60 Jahren waren Varianten des Cannabinoid-1-Rezeptors nicht mit dem Risiko fĂŒr das Auftreten von Typ-2-Diabetes und koronarer Herzkrankheit assoziiert. (Quelle: de Miguel-Yanes JM, et al. Obesity (Silver Spring), 2. Juni 2011 [im Druck])