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IACM-Informationen vom 2. August 2008

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USA — Neumexiko arbeitet an Regelungen fĂŒr den Anbau von Cannabis fĂŒr medizinische Zwecke

Das Gesundheitsministerium von Neumexiko kĂŒndigte am 24. Juli an, dass es am 8. September eine öffentliche Anhörung durchfĂŒhren werde, um eine Möglichkeit fĂŒr Kommentare zu Richtlinien zu schaffen, die Regeln fĂŒr Ausweiskarten von Patienten und ein reguliertes System fĂŒr die Lizenzierung, Verteilung und Herstellung von medizinischem Cannabis aufstellen. Das staatliche Gesetz, das im Juli 2007 in Kraft trat, erlaubt die medizinische Verwendung von Cannabis bei schweren Erkrankungen. Bisher hat das Ministerium 169 Personen die medizinische Verwendung von Cannabis erlaubt.

Neumexiko sei vorsichtig bei der Entwicklung seiner Regelungen vorgegangen, weil kein anderer Staat Regeln fĂŒr ein Verteilungs- und Produktionssystem entwickelt habe, erklĂ€rte Dr. Alfredo Vigil vom Gesundheitsministerium. Der Staat schlĂ€gt zwei Arten von lizenzierten Produzenten vor: ein qualifizierter Patient, der bis zu vier reife Pflanzen nur fĂŒr den Eigenbedarf anbauen darf, und eine nicht profitorientierte private Institution, die eine Anlage mit gleichzeitig bis zu 95 reifen Pflanzen und SĂ€tzlingen betreibt. Die Regelungen umfassen Maßnahmen zur Verhinderung nicht autorisierten Cannabiskonsums durch ÜberprĂŒfung des kriminellen Hintergrunds der Antragsteller sowie Sicherheitsmaßnahmen fĂŒr die Anlagen.

(Quelle: Associated Press von 24. Juli 2008)

Wissenschaft USA — Starker Anstieg von tödlichen hĂ€uslichen MedikamentenirrtĂŒmern

TodesfĂ€lle durch zu Hause vorgefallene MedikamentenirrtĂŒmer sind nach einer Analyse US-amerikanischer Totenscheine in den vergangenen zwei Jahrzehnten dramatisch angestiegen. Die Autoren machen eine steigende hĂ€usliche Verwendung von verschriebenen Schmerzmedikamenten und anderen starken Medikamenten dafĂŒr verantwortlich. Diese Befunde, die auf nahezu 50 Millionen US-Totenscheinen beruhen, wurden in den Archives of Internal Medicine veröffentlicht. TodesfĂ€lle von hĂ€uslichen Medikamentenfehlern nahmen von 1.132 TodesfĂ€llen in 1983 auf 12.426 in 2004 zu. Nach Anpassung an die Bevölkerungszunahme entspricht dies innerhalb dieses Zeitraums einer Zunahme von mehr als 700 Prozent.

Im Gegensatz dazu gab es nur eine 5-prozentige Zunahme von tödlichen, nicht zu Hause stattfindenden MedikamentenirrtĂŒmern, inklusive in KrankenhĂ€usern. Der Missbrauch von verschriebenen Medikamenten spielt eine Rolle, sein Umfang ist jedoch unklar. GĂŒltige verschriebene Medikamente, die falsch eingenommen wurden, besonders BetĂ€ubungsmittel (Opiate), sind fĂŒr eine steigende Zahl von TodesfĂ€llen verantwortlich, erklĂ€rten Experten, die die Studie beurteilten. Verschiedene verschriebene Medikamente, die gleichzeitig eingenommen werden, wie Schlafmittel und Schmerzmedikamente, sowie die Einnahme mit Alkohol und illegalen Drogen spielen ebenfalls eine Rolle. Es gab keine signifikante Zunahme bei anderen Vergiftungen, wie Überdosierungen in Selbstmordabsicht und Morde.

Mehr unter:

http://hosted.ap.org/dynamic/stories/M/MED_FATAL_DRUG_ERRORS?SITE=VTBEN&SECTION=HOME&TEMPLATE=DEFAULT

(Quellen: Associated Press vom 29. Juli 2008; Phillips DP, Barker GEC, Eguchi MM. A steep increase in domestic fatal medication errors with use of alcohol and/or street drugs. Arch Intern Med 2008;168:1561-6.)

Wissenschaft Großbritannien — Nach einem Bericht der britischen Drogenpolitikkommission funktioniert die Drogenstrafverfolgung nicht

In ihrer Studie "Die DrogenmĂ€rkte und Verteilungsnetzwerke in Großbritannien angreifen: eine Übersicht der jĂŒngeren Literatur" berichtete die britische Drogenpolitikkomission, dass die britischen illegalen DrogenmĂ€rkte "extrem unverwĂŒstlich" sind und dass grĂ¶ĂŸere Beschlagnahmungen nur einen geringen Einfluss auf die VerfĂŒgbarkeit illegaler Drogen gehabt haben. Die Drogenpolitikkomission ist eine regierungsunabhĂ€ngige Institution. Die letzten Zahlen schĂ€tzen die GrĂ¶ĂŸe des britischen illegalen Drogenmarktes auf 5,3 Milliarden britische Pfund (etwa 6,7 Milliarden EUR oder 10,5 Milliarden US-Dollar).

"Die Autoren konnten fĂŒr Großbritannien keine umfassenden publizierten Hinweise zur relativen Wirksamkeit von verschiedenen Herangehensweisen bei der Strafverfolgung feststellen. Sie konnten zudem keine veröffentlichten vergleichenden Kosten-Nutzen- oder Geldwertsanalysen fĂŒr verschiedene Interventionen innerhalb von Großbritannien identifizieren", schrieben die Forscher. Obwohl jedes Jahr Hunderte von Millionen Pfund fĂŒr die Durchsetzung der Drogengesetze ausgegeben wĂŒrden, "gibt es bemerkenswert geringe Hinweise auf seine Wirksamkeit bei der Störung der MĂ€rkte und der Reduzierung der VerfĂŒgbarkeit", schlussfolgerten die Autoren. "Die Strafverfolgung kann eine signifikante und unbeabsichtigte negative Wirkung auf die Art und den Umfang der SchĂ€den im Zusammenhang mit Drogen haben, und dies sollte erkannt und reduziert werden", stellten sie weiter fest.

Mehr unter:

http://www.ukdpc.org.uk/Publications.shtml

(Quelle: UK Drug Policy Commission. Tackling drug markets and distribution networks in the UK: a review of the recent literature. 30. Juli 2008)

Kurzmeldungen

Wissenschaft — Schizophrenie

Eine Cochrane-Übersicht wurde von der Cochrane-Schizophreniegruppe an der UniversitĂ€t von Nottingham (Großbritannien) durchgefĂŒhrt, um die Wirkungen des Cannabiskonsums auf Menschen mit Schizophrenie und Schizophrenie-Ă€hnlichen Erkrankungen zu beurteilen. Es wurde nur eine randomisierte Studie identifiziert, die keine signifikante Wirkung von Cannabis auf die Schizophrenie fand. Die Forscher folgerten, dass "es gegenwĂ€rtig unzureichende Hinweise zur UnterstĂŒtzung oder ZurĂŒckweisung des Konsums von Cannabis/Cannabinoidsubstanzen fĂŒr Menschen, die an Schizophrenie leiden, gibt". (Quelle: Rathbone J, et al. Cochrane Database Syst Rev 2008;(3):CD004837.)

Wissenschaft — Schizophrenie

Forscher der Flinders-UniversitĂ€t von Adelaide (Australien) fragten Patienten mit Schizophrenie, warum sie Cannabis verwendeten, obwohl Cannabis den Verlauf der Erkrankung verschlechtern könnte. Die Patienten antworteten, dass sie Cannabis konsumierten, um "Symptome zu kontrollieren, sich normal zu fĂŒhlen, wegen einer wahrgenommenen Verbesserung der kognitiven LeistungsfĂ€higkeit, reduzierter psychologischer Schmerzen und verstĂ€rkter Energie". Die Autoren stellten fest, dass "diese Forschung Bedeutung fĂŒr die klinische Praxis hat, da Kliniker keine Einsicht in die Wichtigkeit der phĂ€nomenologischen Vorstellungen einer Person mit Schizophrenie haben könnten". (Quelle: Costain WF. Int J Ment Health Nurs 2008;17(4):227-35.)

Spanien — Cannabisernte

Eine Gruppe mit dem Namen Gesellschaft von Vigo fĂŒr das Studium von Marihuana (AsociaciĂłn Viguesa de Estudios de MarĂ­a, AVE MarĂ­a) erklĂ€rte, dass zur Zeit ihre kollektive Cannabisernte stattfinde, und dass von dem Cannabis etwas an Patienten abgegeben werde, die ihn medizinisch Nutzen. Die Gesellschaft produziert Cannabis nur fĂŒr ihre Mitglieder. Nach Entscheidungen von Gerichten in Katalonien und dem Baskenland im Jahr 2006 sind Cannabisklubs wie AVE Maria legal, da der Besitz von Cannabis fĂŒr den persönlichen Bedarf in Spanien legal ist. (Quelle: www.farodevigo.es vom 1. August 2008)

Wissenschaft — Neuropathische Schmerzen

Wissenschaftler der UniversitĂ€t von Georgia berichteten, dass die selektive Aktivierung von Cannabinoid-CB2-Rezeptoren neuropathische Schmerzen, die durch das Chemotherapeutikum Paclitaxel bei Ratten verursacht worden waren, unterdrĂŒckt. (Quelle: Rahn EJ, et al. J Pharmacol Exp Ther. 29. Juli 2008 [elektronische Veröffentlichung vor dem Druck])

Wissenschaft — Hanflebensmittel

US-Forscher untersuchten das Vorkommen von THC in 79 Hanfprodukten und stellten fest, dass die THC-Konzentrationen in "gegenwĂ€rtig vermarkteten Hanfprodukten signifikant niedriger liegen als in Produkten, die vor 2003 erhĂ€ltlich waren". Die THC-Konzentrationen bewegten sich zwischen "nicht nachweisbar" und 117,5 mg/kg. Kein THC wurde in 58 Prozent der Produkte nachgewiesen, die vor einer Änderung der CFR-Richtlinien (Code of Federal Regulations) hinsichtlich der Deklarierung von THC produziert worden waren, und in 86 Prozent der Produkte, die nach Änderung des CFR produziert worden waren. (Quelle: Holler JM, et al. J Anal Toxicol 2008;32(6):428-32.)