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IACM-Informationen vom 17. September 2016

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🌐 Holland — Patienten, die Cannabis fĂŒr medizinische Zwecke verwenden, können in der Stadt Tilburg anbauen

Aufgrund einer Entscheidung von BĂŒrgermeister Noordanus dĂŒrfen Cannabis-Patienten in Tilburg nun bis zu fĂŒnf Pflanzen zu Hause anbauen, um ihren persönlichen Bedarf zu decken. Er folgte damit einer Bitte einer Patientenorganisation. In einem Schreiben vom 13. September informierte der BĂŒrgermeister Marian Hutten, die Vorsitzende der PGMCG, einem Verein fĂŒr medizinische Cannabispatienten, ĂŒber seine bahnbrechende Entscheidung.

Anbauer benötigen eine Ă€rztliche Bescheinigung, in der bestĂ€tigt wird, dass eine Notwendigkeit fĂŒr medizinisches Cannabis besteht, und sie mĂŒssen mindestens 18 Jahre alt sein. UnterstĂŒtzer erklĂ€rten, dass eine solche Erlaubnis auch in anderen StĂ€dten erfolgen sollte.

PGMCG of 13 September 2016

🌐 Israel — Diskussionen ĂŒber die QualitĂ€t von medizinischem Cannabis

Ein medizinischer Cannabis-Patient, dessen Lizenz fĂŒr den Eigenanbau von Cannabis ihm im Jahr 2013 entzogen wurde, hat Klage gegen das israelische Gesundheitsministerium erhoben, weil es ihn mit Pflanzen versorgt hatte, die gefĂ€hrliche Pestizide enthalten. Der Patient gibt an, krank geworden zu sein, nachdem er Cannabispflanzen von Teva-Adir, einem der acht Lieferanten fĂŒr medizinisches Cannabis in Israel, erhalten hatte. Er erklĂ€rte, dass er sogar Schimmel in einigen der Pflanzen gefunden hatte.

Sein Rechtsanwalt Yaniv Peretz schickte die Cannabis-Probe des Patienten von Teva-Adir zusammen mit Proben zweier anderer Lieferanten, Tikun Olam und Seach, zur Testung an das israelische Testlabor fĂŒr chemische Substanzen von Dr. Noam Chehanovsky. Es wurden neun Pestizide in der Probe von Tikun Olam gefunden. Das Unternehmen verneinte die Verwendung von Pestiziden. Zudem enthielten die Proben von Tikun Olam deutlich geringere THC-Konzentrationen als angegeben. Beispielsweise enthielt die Sorte Eran-Almog statt der angegebenen THC-Konzentrationen zwischen 24 und 28 % nach den Untersuchungen nur 3,2 %.

Jerusalem Post vom 19. August 2016

Kurzmeldungen

🌐 Kroatien — Cannabiskapseln mit QualitĂ€tsproblemen

Weniger als 10 Tage nachdem Kapseln mit Cannabisöl in Apotheken erhĂ€ltlich waren, wurden sie vom Markt genommen, weil festgestellt worden war, dass einige Kapseln beschĂ€digt waren. Sie wurden an den kanadischen Cannabishersteller Tilray zurĂŒckgeschickt.

Vecernji List vom 21. Juli 2016

đŸ·ïž Wissenschaft 🌐 USA — In Staaten mit Gesetzen zu medizinischem Cannabis gibt es weniger Opiat-Missbrauch

In einer Analyse von 68.194 Autofahrern aus 18 US-Staaten, die zwischen 1999 und 2013 innerhalb einer Stunde nach einem Verkehrsunfall starben, fanden Wissenschaftler eine Reduzierung der Opiat-positiven Bluttests nach der Legalisierung des medizinischen Cannabiskonsums. Bei Autofahrern im Alter von 21-40 Jahren reduzierte sich der Nachweis von Opiaten um 50 % (OR =  0,50; 95-%-Konfidenzntervall = 0,37, 0,67). Die Autoren folgerten, dass Gesetze zu medizinischem Cannabis „Opiat-Konsum und -Überdosierung reduzieren könnten“.

Columbia-UniversitÀt, New York, USA.

Kim JH, et al. Am J Public Health, 15. September 2016 [Im Druck]

UPI vom 15. September 2016

🌐 Großbritannien — Ein Parlaments-Komitee zur Reform der Drogenpolitik empfiehlt die Legalisierung von Cannabis fĂŒr medizinische Zwecke

Eine parteiĂŒbergreifende Gruppe aus britischen Politikern hat vorgeschlagen, dass Cannabis fĂŒr medizinische Zwecke legalisiert werden sollte. Die Allparteien-Parlamentsgruppe zur Reform der Drogenpolitik, die vom Neurologen Professor Mike Barnes geleitet wird, hatte den Kenntnisstand in der Welt analysiert.

International Business Times vom 13. September 2016

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Gliome bei Kindern könnten durch Endocannabinoide zerstört werden

Niedriggradige Gliome bestehen aus einer gemischten Gruppe von Gehirntumoren, die die Mehrheit von Tumoren im zentralen Nervensystem von Kindern ausmachen. Eine neue Studie legt nahe, dass sie spontan verschwinden können, was durch Endocannabinoide verursacht werden könnte. In diesen spontan verschwindenden Tumoren gibt es eine höhere Konzentration an CB1-Rezeptoren als normal.

Ann and Robert H. Lurie Kinderkrankenhaus, Krankenhaus von Chicago, USA.

Sredni ST, et al. Childs Nerv Syst, 9. September 2016 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Ein synthetisches Analog von Palmitoylethanolamid reduziert DarmentzĂŒndungen

In einer Studie mit MĂ€usen ĂŒbte Adelmidrol, ein synthetisches Analog von Palmitoylethanolamid, erhebliche entzĂŒndungshemmende Wirkungen aus. Die Autoren schrieben, dass „dieses MolekĂŒl eine neue pharmakologische Herangehensweise fĂŒr die Behandlung entzĂŒndlicher Darmerkrankungen darstellen könnte“.

Institut fĂŒr chemische, biologische, pharmazeutische und Umweltwissenschaften, UniversitĂ€t von Messina, Italien.

Cordaro M, et al. Mol Pharmacol, 13. September 2016 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Die medizinische Verwendung geringer THC-Dosen ist bei Ă€lteren Patienten sicher

In einer placebokontrollierten Studie erhielten 18 Patienten mit Demenz (mittleres Alter: 77 Jahre) zweimal tĂ€glich 1,5 mg orales THC oder ein Placebo. Es wurden keine Unterschiede bei der Zahl und der Art von Nebenwirkungen festgestellt, und es traten nach der THC-Gabe keine StĂŒrze auf.

Medizinische FakultÀt der Radboud-UniversitÀt, Nimwegen, Niederlande.

van den Elsen GA, et al. J Psychopharmacol, 13. September 2016 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Cannabidiol hat eine minimale Wirkung auf die Kokain-Einnahme

Cannabidiol (CBD) bewirkte in einem Rattenmodell eine minimale Reduzierung der Kokaineinnahme und reduzierte leicht die RĂŒckfallrate.

Concordia-UniversitÀt, Montreal, Kanada.

Mahmud A, et al. J Psychopharmacol, 13. September 2016 [Im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — MĂ€ĂŸig starke Beziehung zwischen THC-Konzentrationen und Schmerzreduzierung

Bei 42 Patienten mit neuropathischen Schmerzen, die verdampftes Cannabis, das ein Placebo oder 6,7 % oder 2,9 % THC enthielt, gab es eine mĂ€ĂŸig starke Beziehung zwischen der THC-Konzentration im Blut und Schmerzbeschreibungen.

Institut fĂŒr Physikalische Medizin und Rehabilitation, UniversitĂ€t von Kalifornien, Sacramento, USA.

Wilsey BL, et al. J Pain Res. 2016;9:587-98.

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Die Aktivierung von CB2-Rezeptoren könnte einer Fibrose des Herzens vorbeugen

In einer Studie mit MĂ€usen verringerte ein Cannabinoid, das den CB2-Rezeptor aktiviert (AM1241) die interstitielle Herzmuskelfibrose nach einem Herzinfarkt.

Xijing-Krankenhaus, Vierte MilitĂ€rische Medizinische UniversitĂ€t, Xia‘an, China.

Li X, et al. Cell Physiol Biochem. 2016;39(4):1521-1536.

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Warum die Aktivierung des CB2-Rezeptors DarmentzĂŒndungen reduziert

Forscher untersuchten den Mechanismus, durch den die Aktivierung des CB2-Rezeptors die DarmentzĂŒndungen bei MĂ€usen reduziert. Sie fanden eine VerstĂ€rkung der Autophagie.

Pharmakologisches Institut, Pharmazeutische FakultÀt, Zweite MilitÀrische Medizinische UniversitÀt, Shanghai, China.

Ke P, et al. PLoS One. 2016;11(9):e0155076.

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Die Aktivierung des CB2-Rezeptors könnte die Empfindlichkeit fĂŒr epileptische AnfĂ€lle vergrĂ¶ĂŸern

In einer Studie mit einem Rattenmodell der Epilepsie zeigten Forscher zum ersten Mal, dass die selektive Aktivierung des CB2-Rezeptors die Empfindlichkeit fĂŒr generalisierte AnfĂ€lle vergrĂ¶ĂŸern könnte. Daher könnte die Aktivierung von CB1- oder CB2-Rezeptoren bei der Epilepsie gegensĂ€tzliche Wirkungen haben.

Universidade Federal de Santa Catarina, FlorianĂłpolis, Brasilien.

de Carvalho CR, et al. Epilepsy Res. 2016;127:160-167.

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Viele Studenten verwenden Cannabis fĂŒr eine VerstĂ€rkung der geistigen LeistungsfĂ€higkeit

In einer Studie mit 1538 Studenten von deutschen UniversitĂ€ten gab eine erhebliche Anzahl von Teilnehmern an, dass sie Cannabis fĂŒr eine VerstĂ€rkung der kognitiven LeistungsfĂ€higkeit einsetze.

Institut fĂŒr Sozialarbeit und Erziehung, UniversitĂ€t von Neubrandenburg, Deutschland.

Franke AG, et al. Subst Use Misuse, 8. September 2016:1-7. [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Der CB1-Rezeptor ist an einigen Wirkungen von Haloperidol beteiligt

Forscher zeigten, dass die Bewegungsstarre, die durch das antipsychotische Medikament Haloperidol verursacht wird, durch einen Mechanismus induziert wird, der Endocannabinoide und den CB1-Rezeptor betrifft.

Medizinische FakultÀt der UniversitÀt von Sao Paulo, Ribeirão Preto, Brasilien.

Medeiros P, et al. Neuroscience, 3. September 2016 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Starker Cannabiskonsum könnte zu einer niedrigeren Knochendichte fĂŒhren

In einer Studie mit 56 moderat und 144 stark Cannabis Konsumierenden war starker Cannabiskonsum mit einer niedrigeren Knochenmineraldichte assoziiert.

Western Allgemeines Krankenhaus, UniversitĂ€t von Edinburgh, Großbritannien.

Sophocleous A, et al. Am J Med, 1. September 2016 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Mensch — Allergien gegen Cannabis nehmen zu

Allergien gegen Cannabis scheinen zuzunehmen. Sowohl eine aktive als auch eine passive Exposition mit Cannabis-Allergenen können eine Allergie auslösen.

FakultĂ€t fĂŒr Medizin und Gesundheitswissenschaften, UniversitĂ€t von Antwerpen, Belgien.

Decuyper II, et al. Allergy, 3. September 2016 [im Druck]

đŸ·ïž Wissenschaft/Tier — Störungen der Stimmung im Zusammenhang mit Multiple Sklerose können mit dem CB1-Rezeptor zusammenhĂ€ngen

In einem Mausmodell der multiplen Sklerose wurde gefunden, dass eine Fehlfunktion des CB1-Rezeptors an der Angst im Zusammenhang mit Multiple Sklerose beteiligt sein könnte.

EuropĂ€isches Zentrum fĂŒr die Erforschung des Gehirns, Rom, Italien.

Gentile A, et al. J Neuroinflammation. 2016;13(1):231.

đŸ·ïž Wissenschaft/Zellen — CBD hemmt das Wachstum von GebĂ€rmutterhals-Krebszellen

Forscher untersuchten die Wirkungen eines Cannabisextrakts und Cannabidiol (CBD) auf GebÀrmutterhals-Krebszellen. CBD hemmte das Zellwachstum und induzierte Apoptosen (programmierter Zelltod).

Nord-West-UniversitĂ€t, Potchefstroom, SĂŒdafrika.

Lukhele ST, et al. BMC Complement Altern Med. 2016;16(1):335.