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IACM-Informationen vom 03. März 2018

IACM: Das Botschafterprogramm ist offen für Anträge

Wir freuen uns, Ihnen im Namen des IACM-Netzwerkkomitees ankündigen zu können, dass das Botschafterprogramm der IACM wieder reaktiviert wurde. Das Ziel des Programms ist die Entwicklung eines Netzwerkes von Vertretern von überall auf der Welt, die sich einerseits Unterstützung durch die IACM für ihre Arbeit in ihrem Land wünschen und andererseits die Ziele und Aktivitäten der IACM unterstützen möchten. Der IACM-Vorstand möchte Menschen, die in diesem Bereich aktiv sind, einladen, IACM-Botschafter zu werden.

Anträge können sowohl für professionelle Botschafter als auch für Patientenbotschafter gestellt werden. Professionelle Botschafter können Wissenschaftler, Ärzte oder andere Beschäftigte im Gesundheitswesen sein oder Personen, deren Beruf aktiv mit Cannabis oder Cannabinoiden in der Medizin verbunden ist. Patientenbotschafter können Patienten oder Verwandte oder Betreuer von Patienten sein, die in ihren Ländern aktiv bei der Unterstützung des legalen Zugangs zu Cannabinoidmedikamenten sind. Bitte schicken Sie einen kurzen Lebenslauf an die IACM (etwa eine halbe Seite), der eine Zusammenfassung Ihrer gegenwärtigen und beabsichtigten Aktivitäten in diesem Gebiet enthält.

Das IACM-Netzwerkkomitee besteht aus Milton Raff (Südafrika), Raquel Peyraube (Uruguay), Minoru Arakaki (Japan), Hanka Gabrilova (Tschechische Republik), Ilya Reznik (Israel), Jahan Marcu (USA), Sébastien Béguerie (Frankreich), Ethan Russo (USA), Kirsten Müller-Vahl (Deutschland) und Franjo Grotenhermen (Deutschland).

Das IACM-Netzwerk- und Botschafter-Programm wird von Yuval Zolotov koordiniert. Bitte senden Sie Ihren Antrag zusammen mit Ihrem kurzen Lebenslauf an network@cannabis-med.org.

Wissenschaft/Mensch: Starker Cannabiskonsum bei Patienten mit HIV ist mit einer verbesserten Immunfunktion verbunden

Wissenschaft/Mensch: Starker Cannabiskonsum bei Patienten mit HIV ist mit einer verbesserten Immunfunktion verbunden

In einer Studie mit 198 Patienten mit HIV, die mit antiretroviralen Medikamenten (ART) behandelt werden, war starker Cannabiskonsum mit einer Reduzierung der systemischen Entzündung und einer Immunaktivierung verbunden. Dies ist das Ergebnis von Forschung durch Wissenschaftler der Universität von Washington und von anderen Universitäten der USA. Die Studie untersuchte den Einfluss des Cannabiskonsums auf die Häufigkeit von Immunzellen im Blut, ihre Aktivierung und Funktion.

Die Autoren berichten, dass sie „herausfanden, dass starker Cannabiskonsum (...) bei HIV-infizierten, mit ART behandelten Personen im Vergleich zu Personen ohne Cannabiskonsum mit geringeren Vorkommen aktivierter CD4- und CD8-T-Zellen verbunden war. Dieser neue Befund ist wichtig, da erhöhte Niveaus der T-Zellaktivierung mit geringeren CD4-T-Zell-Anstiegen nach einer ART und mit der Sterblichkeit in dieser Population verbunden ist.“ Sie folgerten aus ihrer Arbeit, dass „obwohl die klinische Bedeutung unklar ist, unsere Befunde nahelegen, dass Cannabiskonsum mit einer potentiell nützlichen Reduzierung der systemischen Entzündung und Immunaktivierung im Kontext einer antiretroviral behandelten HIV-Infektion verbunden ist“.

Manuzak JA, Gott TM, Kirkwood JS, Coronado E, Hensley-McBain T, Miller C, Cheu RK, Collier AC, Funderburg NT, Martin JN, Wu MC, Isoherranen N, Hunt PW, Klatt NR. Heavy Cannabis Use Associated With Reduction in Activated and Inflammatory Immune Cell Frequencies in Antiretroviral Therapy-Treated Human Immunodeficiency Virus-Infected Individuals. Clin Infect Dis. 2018 Feb 17. [in press]

Wissenschaft/Mensch: Cannabis ist wirksam bei der Linderung von Symptomen von Krebspatienten

Eine Gruppe israelischer Wissenschaftler analysierte Daten von 2970 Krebspatienten, die zwischen 2015 und 2017 mit medizinischem Cannabis behandelt wurden, und fanden nützliche Wirkungen auf viele Symptome. Das Durchschnittsalter lag bei 59,5 Jahren, und 54,6 % waren Frauen. Etwa ein Viertel (26,7 %) hatte Vorerfahrungen mit der Droge. Die häufigsten Krebsarten betrafen die Brust (20,7 %), die Lunge (13,6 %), die Bauchspeicheldrüse (8,1 %) und den Darm (7,9 %).

Nach 6 Monaten waren 902 Patienten gestorben, und 682 hatten die Behandlung abgebrochen. Von den übrigen antworteten 1211 Patienten (60,6 %), und 95,9 % gaben eine Verbesserung ihres Zustandes durch Cannabis an, 45 Patienten (3,7 %) gaben keine Änderung und 4 Patienten (0,3 %) eine Verschlechterung ihres medizinischen Zustandes an. Die häufigsten Symptome waren Schlafstörungen (78%), Schmerzen (78%), Schwäche (73%), Übelkeit (65%) und mangelnder Appetit (49%). Die Autoren folgerten, dass Cannabis „als eine palliative Behandlung von Krebspatienten eine gut verträgliche, wirksame und sichere Option darstellt, um Menschen zu helfen, durch bösartige Erkrankungen verursachte Symptome zu bewältigen“.

Bar-Lev Schleider L, Mechoulam R, Lederman V, Hilou M, Lencovsky O, Betzalel O, Shbiro L, Novack V. Prospective analysis of safety and efficacy of medical cannabis in large unselected population of patients with cancer. EUR J Intern Med. 2018;49:37-43.

Wissenschaft/Mensch: Cannabis könnte eine nützliche Wirkung auf Patienten mit Fibromyalgie haben

In einer Studie mit 26 Patienten mit Fibromyalgie, die in 2 israelischen Krankenhäusern (Laniado-Krankenhaus in Kiryat Sanz und Nazareth-Krankenhaus in Nazareth) behandelt worden waren, verbesserte Cannabis ihre Symptome. Ihr Durchschnittsalter betrug 37,8 Jahre und die mittlere Cannabisdosis betrug 26 g pro Monat. Alle Teilnehmer füllten einen Fragebogen zur Beurteilung der Fibromyalgie-Schwere aus (Revised Fibromyalgia Impact Questionnaire).

Nach Beginn der Behandlung mit Cannabis gaben alle Patienten eine signifikante Verbesserung bei jedem Parameter des Fragebogens an, und 13 Patienten (50 %) beendeten die Einnahme anderer Medikamente gegen die Fibromyalgie. Acht Patienten (30 %) erlebten sehr geringe Nebenwirkungen.

Habib G, Artul S. Medical Cannabis for the Treatment of Fibromyalgia. J Clin Rheumatol, 14. Februar 2018 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Cannabis verstärkt nach einer experimentellen Studie die schmerzlindernden Wirkungen des Opioids Oxycodon

Gemäß einer experimentellen Studie mit gesunden Cannabiskonsumenten reduziert die Kombination aus dem Opioid Oxycodon und Cannabis Schmerzen, die mit dem Cold-Pressure-Test abgeschätzt wurden. Die Teilnehmer erhielten entweder 2,5 oder 5 mg Oxycodon oder ein Placebo zusammen mit gerauchtem Cannabis mit 5,6 % THC oder ohne THC und legten eine Hand in kaltes Wasser. Die Forscher des Staatlichen Psychiatrischen Instituts des Staates New York und der Klinik für Psychiatrie der Columbia Universität (USA) maßen die Zeit bis zur Angabe von Schmerzen (Schmerzschwelle) und Herausnehmen der Hand aus dem Wasser (Schmerztoleranz).

Nur 5 mg Oxycodon erhöhte die Schmerzschwelle und die Toleranz. Auch wenn aktives Cannabis und 2,5 mg Oxycodon allein keine Schmerzlinderung bewirkten, so erhöhten sie in Kombination miteinander die Schmerzschwelle und die Toleranz. Die Autoren folgerten, dass „Cannabis die analgetischen Wirkungen von unterschwelligem Oxycodon verstärkt, was eine Synergie nahelegt“.

Cooper ZD, Bedi G, Ramesh D, Balter R, Comer SD, Haney M. Impact of co-administration of oxycodone and smoked cannabis on analgesia and abuse liability. Neuropsychopharmacology, 5. Februar 2018 [im Druck]

Kurzmeldungen

Wissenschaft/Mensch: Die Legalisierung von Cannabis für den medizinischen Einsatz in den USA erhöhte nicht den Cannabiskonsum von Jugendlichen
Nach einer Übersicht von 11 Studien, die den Zusammenhang zwischen der Einführung medizinischer Cannabisgesetze in vielen Staaten der USA und dem Cannabiskonsum untersuchten, ergab sich keine Zunahme des Konsums bei Jugendlichen.
Klinik für Psychiatrie, Columbia Universität, New York, USA.
Sarvet AL, et al. Addiction, 22. Februar 2018 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum ist nach einer Metaanalyse mit einer statistisch nicht signifikanten Zunahme von Verkehrsunfällen verbunden
In einer Metaanalyse von 24 Studien zu den Wirkungen von Cannabis auf Verkehrsunfälle folgerten die Autoren, dass ihre „Analyse nahelegt, dass der gesamte Größeneffekt für das Fahren unter dem Einfluss von Cannabis auf ungünstige Verkehrsereignisse statistisch nicht signifikant ist“.
Carol Davila Universität für Medizin und Pharmazie, Bukarest, Rumänien.
Hostiuc S, et al. Front Pharmacol. 2018;9:99.

Wissenschaft/Mensch: Morphium reduziert die Produktion von Endocannabinoiden
In einer Studie mit 42 Patienten, die eine intrathekale Morphiumgabe aufgrund einer Operation erhielten, reduzierte das Opiat die Endocannabinoidspiegel, „was nahelegt, dass potente Analgetika den Stimulus zur Produktion von peripheren Endocannabinoiden reduzieren“.
Stony Brook Universität, New York, USA.
Kaczocha M, et al. BMC Anesthesiol. 2018;18(1):27.

Wissenschaft/Tier: Cannabinoide schützen vor depressionsähnlichen Symptomen nach akutem Stress
In einem Rattenmodell für posttraumatische Belastungsstörung beugte die Gabe von Cannabinoiden oder die Zunahme der Endocannabinoidspiegel depressionsähnlichen Symptomen, inklusive ängstlichem Verhalten, vor.
Institut für Verhaltenswissenschaften, Das Akademische Kolleg Tel Aviv-Yaffo, Israel.
Burstein O, et al. Prog Neuropsychopharmacol Biol Psychiatry. 2018;84(Pt A):129-139.

Wissenschaft/Zellen: CBD induziert einen Zelltod beim Endometriumkarzinom
In Zellexperimenten reduzierten CBD und das Endocannabinoid Anandamid die Lebensfähigkeit der Zellen und vermehrten Apoptosen (programmierten Zelltod) bei Endometrium-Karzinomzellen durch Aktivierung des Vanilloid-1-Rezeptors (TRPV1).
Fakultät für Pharmazie, Universität von Porto, Portugal.
Fonseca BM, et al. J Physiol Biochem, 13. Februar 2018 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Endocannabinoide schützen den Magen vor Schäden durch Alkohol
Eine Erhöhung der Endocannabinoidspiegel durch Reduzierung ihres Abbaus führte zu einem Schutz des Magens vor durch Alkohol induzierten Verletzungen der Schleimhaut. Die Autoren schrieben, dass ihre „Befunde nahelegen könnten, dass das zentrale Endocannabinoidsystem eine Rolle bei der Verteidigung der Magenschleimhaut und dem Erhalt der Schleimhautintegrität spielen könnte“.
Medizinische Fakultät, Semmelweis Universität, Budapest, Ungarn.
Tóth VE, et al. Brain Res Bull, 10. Februar 2018 [Im Druck]

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