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IACM-Informationen vom 14. Oktober 2017

Wissenschaft/Mensch: Täglicher Cannabiskonsum könnte die Leber bei Menschen mit HIV und Hepatitis C schützen

In einer Studie mit 838 Patienten, die sowohl mit HIV als auch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert waren, war täglicher Cannabiskonsum mit einem signifikant reduzierten Risiko für die Entwicklung einer Fettleber verbunden. Das berichteten Forscher vom INSERM in Marseille (Frankreich). Bei Patienten, die sowohl mit dem HIV als auch mit dem Hepatitis C-Virus infiziert sind, ist eine Fettleber häufig.

Bei den Patienten in der Studiengruppe wiesen 40,1 % eine Steatose (Fettleber) auf. 14 % gaben einen täglichen Cannabiskonsum an, 11,7 % einen regelmäßigen Konsum und 74 % keinen oder einen gelegentlichen Konsum. Täglicher Cannabiskonsum war mit einer reduzierten Häufigkeit einer Fettleber verbunden. Die Autoren folgerten, dass „täglicher Cannabiskonsum ein schützender Faktor gegen Steatose bei HIV-HCV koinfizierten Patienten sein könnte“.

Nordmann S, Vilotitch A, Roux P, Esterle L, Spire B, Marcellin F, Salmon-Ceron D, Dabis F, Chas J, Rey D, Wittkop L, Sogni P, Carrieri P; ANRS CO13 HEPAVIH Study Group. Daily cannabis and reduced risk of steatosis in human immunodeficiency virus and hepatitis C virus co-infected patients (ANRS CO13-HEPAVIH). J Viral Hepat, 6. Oktober 2017 [Im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Cannabis könnte nach einer Beobachtungsstudie hilfreich bei Patienten mit Querschnittslähmungen sein

In einer Beobachtungsstudie mit 15 Patienten, die an einer Querschnittslähmung litten, reduzierte der Cannabisextrakt Sativex die Spastik. Das schrieben Forscher des Hospitals La Fe in Valencia (Spanien). Alle Patienten sprachen nicht auf eine Standardtherapie an und wurden 6 Monate lang begleitet.

Eine signifikante Verbesserung wurde auf 3 verschiedenen Skalen, die zur Messung der Spastik verwendet werden, beobachtet. Das Medikament wurde bei 2 Patienten aufgrund von Nebenwirkungen abgesetzt. Die Autoren folgerten, dass „Sativex als Alternative bei Patienten mit Spastik bei chronischer Querschnittslähmung, bei denen andere therapeutische Maßnahmen unzureichend waren, betrachtet werden kann“.

Grao-Castellote C, Torralba-Collados F, Gonzalez LM, Giner-Pascual M. [Delta-9-tetrahydrocannabinol-cannabidiol in the treatment of spasticity in chronic spinal cord injury: a clinical experience]. [Article in Spanish]. Rev Neurol. 2017;65(7):295-302.

Kurzmeldungen

Lesotho: Das erste afrikanische Land, das die Produktion von Cannabis für medizinische Zwecke erlaubt
Lesotho ist das erste afrikanische Land, das eine Lizenz für medizinisches Cannabis vergibt. Das Gesundheitsministerium vergab eine Lizenz an Verve Dynamics, ein südafrikanisches Unternehmen, das sich selbst als „Hersteller von hoch gereinigten botanischen Extrakten und speziellen Inhaltsstoffen“ bezeichnet.
Quartz Africa vom 18. September 2017

Wissenschaft/Tier: CBD reduziert die schädliche Wirkung von Alkohol auf die Leber
In einer tierexperimentellen Studie schützte CBD die Leber vor schädlichen Wirkungen des Alkohols. Es beugte der Entwicklung einer Fettleber und einer Entzündung vor.
Nationale Institute für Gesundheit, Bethesda, USA.
Wang Y, et al. Sci Rep. 2017;7(1):12064.

Wissenschaft/Zellen: CBD reduziert Entzündungen des Darmes
In einer Studie mit menschlichem Gewebe des Dickdarms wirkten sowohl das Pflanzencannabinoid CBD als auch das Endocannabinoid Palmitoylethanolamid (PEA) entzündungshemmend, sowohl beim Reizdarm als auch bei einer Blinddarmentzündung.
Universität von Nottingham, Royal Derby Hospital, Großbritannien.
Couch DG, et al. Clin Sci (Lond), 27. September 2017 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Viele Krebspatienten verwenden Cannabis, wenn es legal verfügbar ist
In einer Umfrage mit 926 Krebspatienten gaben 21 % im vergangenen Monat einen Cannabiskonsum an. Die Autoren schrieben, dass „eine Legalisierung die Wahrscheinlichkeit eines Konsums bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer signifikant erhöhte“.
Fred Hutchinson Krebsforschungszentrum, Washington, USA.
Pergam SA, et al. Cancer, 25. September 2017 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum hat keine Wirkung auf die Sterblichkeit von HIV-infizierten Männern
In einer Studie mit 3099 HIV-infizierten Männern war die Verwendung von Cannabis nicht mit dem Mortalitätsrisiko verbunden, während die Verwendung von Stimulanzien mit einem höheren Risiko verbunden war.
Brown Universität, Fakultät für öffentliche Gesundheit, Providence, USA.
Adams JW, et al. AIDS Behav, 8. September 2017 [im Druck]

Wissenschaft: „Dabbing” könnte mit der Entstehung schädlicher Substanzen verbunden sein
Die Inhalation von Cannabisextrakten („Dabbing“) ist populär geworden. Eine Studie untersuchte, ob Terpene in Cannabis zu anderen Substanzen umgewandelt werden könnten, wenn sie erhitzt werden. Die Autoren schrieben, dass „Methacrolein, Benzol und verschiedene andere Produkte, die für die menschliche Gesundheit bedenklich sind, unter Bedingungen entstehen, die Dabbing in der realen Welt simulieren“.
Chemisches Institut, Staatliche Universität von Portland, USA.
Meehan-Atrash J, et al. ACS Omega. 2017;2(9):6112-6117.

Wissenschaft/Tier: Die Wirkung von CBD auf die Epilepsie könnte durch den GPR55-Rezeptor vermittelt sein
In einem Mausmodell für das Dravet-Syndrom wurde gezeigt, dass die Wirkung von CBD auf Anfälle bei diesem Syndrom durch seine Bindung an den GPR55-Rezeptor vermittelt sein könnte.
Pharmakologisches Institut, Universität von Washington, USA.
Kaplan JS, et al. Proc Natl Acad Sci U S A, 2. Oktober 2017 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Eine Zunahme von Endocannabinoiden reduzierte zusammen mit Gabapentin Schmerzen
Die Blockade des Abbaus von Endocannabinoiden durch Blockade des Enzyms Monoacylglycerollipase (MAGL) reduzierte zusammen mit Gabapentin synergistisch Schmerzen bei Mäusen.
Psychologisches Institut, West Virginia Universität, Morgantown, USA.
Crowe MS, et al. Br J Pharmacol, 29. September 2017 [im Druck]

Wissenschaft: Unterschiede der Konzentration von Cannabinoiden und Terpenen zwischen Cannabisblüten und Cannabisextrakten
Nach der Zubereitung eines Cannabisextraktes nahm die Cannabinoid-Konzentration im Vergleich zu Cannabisblüten für THC um 3,2 und für CBD um 4,0 zu. Monoterpene gingen beim Extraktionsprozess verloren. Monoterpen-Alkohole nahmen um einen Faktor von etwa 5 bis 9, und Sesquiterpene um einen Faktor von etwa 4 bis 9 zu.
Zentrum für das Studium von Cannabis und Sozialpolitik, Seattle, USA.
Sexton M, et al. Planta Med, 19. September 2017 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Geringe Wirkungen eines Cannabisextrakts bei Krebspatienten in einer großen kontrollierten Studie
Ein Cannabisextrakt reduzierte in einer großen placebokontrollierten Studie nicht signifikant die Schmerzen bei Patienten mit Krebsschmerzen, hatte jedoch einige Wirkungen auf sekundäre Endpunkte, wie die Schlafqualität. 199 Patienten hatten den Cannabisextrakt Sativex und 198 ein Placebo erhalten.
Virginia Commonwealth Universität, Richmond, USA.
Lichtman AH, et al. J Pain Symptom Manage, 15. September 2017 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Nabilon reduzierte den Cannabiskonsum bei Cannabis-abhängigen Personen
In einer Studie mit 18 Erwachsenen mit Cannabisabhängigkeit erhielten 10 den synthetischen THC-Abkömmling Nabilon und 8 erhielten ein Placebo. Die Verwendung von Nabilon reduzierte während der Studienzeit von 12 Wochen den Cannabiskonsum.
Beth Israel Deaconess Medical Center, Boston, USA.
Hill KP, et al. Am J Addict, 18. September 2017 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD reduzierte die Entzündung und die Nervenschädigung bei Arthritis
In einer Studie mit Ratten beugte CBD der Entwicklung von Schmerzen und einer Nervenschädigung bei Osteoarthritis (OA) vor. Die Autoren folgerten, dass CBD „eine sichere, nützliche Therapie zur Behandlung von neuropathischen OA-Gelenkschmerzen sein könnte.
Schmerzmanagement und Perioperative Medizin, Dalhousie University, Halifax, Kanada.
Philpott HT, et al. Pain, 27. September 2017 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD reduzierte die Verfestigung von ängstigenden Erinnerungen
In einer Studie mit Ratten reduzierte CBD die Konsolidierung belastender Erinnerungen. Sowohl der CB1-Rezeptor als auch der CB2-Rezeptor trugen zu dieser Wirkung bei, weil Antagonisten an diesen Rezeptoren diese CBD-Wirkung beeinträchtigten.
Bundesuniversität von Parana, Curitiba, Brasilien.
Stern CAJ, et al. Neuropharmacology. 2017;125:220-230.

Wissenschaft/Mensch: Cannabis verbesserte Symptome des Tourette-Syndroms
Die Autoren beurteilten im Nachhinein die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Cannabis bei 19 Erwachsenen mit Tourette-Syndrom. Die Tic-Werte nahmen um 60 % ab, und 18 der 19 Teilnehmer waren zumindest „viel verbessert“.
The Hospital for Sick Children, Universität von Toronto, Kanada.
Abi-Jaoude E, et al. J Neuropsychiatry Clin Neurosci. 2017;29(4):391-400.

Wissenschaft/Tier: Endocannabinoide könnten nützlich bei der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) sein
In einem Mausmodell der amyotrophen Lateralsklerose (ALS) verzögerte eine Zunahme der Konzentration des Endocannabinoids 2-Arachidonoylglycerol (2-AG) den Krankheitsbeginn und das Fortschreiten und verbesserte das Überleben. Die Zunahme wurde durch die Blockade seines Abbaus verursacht.
Institut für experimentelle Neurologie, Universität von Ulm, Deutschland.
Pasquarelli N, et al. Neuropharmacology. 2017;124:157-169.

Blick in die Vergangenheit

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Vor zwei Jahren

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Erklärung

Erklärung der Menschenrechte für den medizinischen Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden

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