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IACM-Informationen vom 29. Oktober 2016

Wissenschaft/Mensch: Eine Kombination aus Palmitoylethanolamid und Luteolin verbesserte Autismus-Symptome eines Kindes

Eine Kombination aus dem Endocannabinoid Palmitoylethanolamid (PEA) und dem Flavinoid Luteolin verbesserte Symptome bei einem 10 Jahre alten Jungen mit Autismus. Luteolin findet sich in vielen Pflanzen, darunter Sellerie, Broccoli, grüner Pfeffer, Kamillentee, Möhren und Olivenöl. Forscher der Universität von Messina (Italien) und anderer italienischer und US-Institutionen führten eine Studie mit einem Mausmodell für Autismus durch und verabreichten die Zubereitung dann einem Kind.

Eine Behandlung mit ultramikrofeinem PEA mit Luteolin verbesserte das soziale und nicht soziale Verhalten von Mäusen mit Autismus, der durch Verabreichung von Valproinsäure verursacht worden war, und verbesserte das klinische Bild bei einem 10 Jahre alten Jungen mit einer Reduzierung von Stereotypien. Die Autoren schrieben, dass „diese Daten nahelegen, dass die Symptomatik von ASD [Autismus-Spektrum-Störungen] durch Substanzen verbessert werden könnte, von denen bekannt ist, dass sie die Aktivierung von Mastzellen und Mikroglia kontrollieren“.

Bertolino B, Crupi R, Impellizzeri D, Bruschetta G, Cordaro M, Siracusa R, Esposito E, Cuzzocrea S. Beneficial Effects of Co-Ultramicronized Palmitoylethanolamide/Luteolin in a Mouse Model of Autism and in a Case Report of Autism. CNS Neurosci Ther, 4. Oktober 2016 [im Druck]

Türkei: Die Regierung erlaubt eine kontrollierte Cannabisproduktion in 19 Provinzen

In 19 Provinzen der Türkei wurde die Cannabisproduktion unter kontrollierten Bedingungen erlaubt. Damit soll nach einem Dekret des Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Viehzucht von Ende September die illegale Produktion bekämpft werden. Die Cannabisproduktion soll in den Provinzen Amasya, Antalya, Bartın, Burdur, Çorum, İzmir, Karabük, Kastamonu, Kayseri, Kütahya, Malatya, Ordu, Rize, Samsun, Sinop, Tokat, Uşak, Yozgat und Zonguldak erlaubt werden.

Die Erlaubnis gilt nach dem Dekret zunächst für maximal 3 Jahre. In Ausnahmefällen kann das Ministerium auch Erlaubnisse in anderen Provinzen erteilen, wenn die Produktion für „wissenschaftliche Zwecke“ erfolgt. Wenn sie eine Erlaubnis beantragen, müssen potentielle Produzenten garantieren, dass sie nie an einer illegalen Produktion, illegalem Handel oder Konsum von Cannabis oder Betäubungsmitteln beteiligt waren.

Hurriyet Daily News vom 14. Oktober 2016

Wissenschaft: Detailliertere Struktur des Cannabinoid-1-Rezeptors ermittelt

Eine neue Studie, die vom US-amerikanischen Nationalen Institut für Drogenmissbrauch unterstützt wurde, lieferte einen detaillierteren Blick auf den menschlichen Cannabinoidrezeptor. Die Forschung wurde durch eine Zusammenarbeit von Wissenschaftlern mehrerer Universitäten durchgeführt. Sie erklärten, dass die Ergebnisse ein tieferes Verständnis der Wirkungen von Marihuana erlauben.

Die Autoren der Studie zeigten, wie natürliche und synthetische Cannabinoide an die Rezeptoren binden, um ihre Wirkungen auszuüben, die nach ihren Aussagen in Abhängigkeit von der Quelle erheblich variieren. „Cannabinoide können sehr verschiedene Ergebnisse produzieren, in Abhängigkeit davon, wie sie an den CB1-Rezeptor binden“ erklärte NIDA-Direktorin Nora Volkov in einer Pressemitteilung. „Wenn wir verstehen, wie diese chemischen Substanzen an den CB1-Rezeptor binden, so hilft uns das bei der Entwicklung neuer Medikamente und liefert uns Einsichten in das therapeutische Versprechen des Cannabinoidsystems des Körpers“.

Hua T, Vemuri K, Pu M, Qu L, Han GW, Wu Y, Zhao S, Shui W, Li S, Korde A, Laprairie RB, Stahl EL, Ho JH, Zvonok N, Zhou H, Kufareva I, Wu B, Zhao Q, Hanson MA, Bohn LM, Makriyannis A, Stevens RC, Liu ZJ. Crystal Structure of the Human Cannabinoid Receptor CB1. Cell. 2016;167(3):750-762

UPI vom 20. Oktober 2016

Kurzmeldungen

Wissenschaft/Mensch: CBD verbesserte Symptome bei einem Kind mit posttraumatischer Belastungsstörung
CBD (Cannabidiol) war wirksam bei der Reduzierung der Angst und bei der Verbesserung des Schlafes bei einem 10 Jahre alten Mädchen mit posttraumatischer Belastungsstörung. Andere Medikamente waren nicht wirksam oder mit ausgeprägten Nebenwirkungen verbunden.
Medizinische Fakultät der Universität von Colorado, Fort Collins, USA.
Shannon S, et al. Perm J, 12. Oktober 2016 [im Druck]

Europa: Maßnahmen gegen die Absicht, CBD zu einem verschreibungsfähigen Medikament zu machen
Die EURopean Industrial Hemp Association (EIHA) hat ein Positionspapier herausgegeben, das sich gegen Versuche einiger pharmazeutischer Unternehmen wendet, die CBD zur einer Substanz machen wollen, die verschreibungspflichtig ist. Eine solche Gesetzgebung würde vielen Bürgern, die von CBD bereits in der Ernährung und Kosmetika profitieren, den Zugang zu CBD begrenzen. Um das Positionspapier zu unterstützen, können Sie die Unterstützungsseite besuchen.

Wissenschaft/Mensch: Die Verabschiedung von medizinischen Cannabisgesetzen in den USA erhöhte nicht den Konsum bei Menschen unter 26 Jahren
Unter Verwendung von Daten der Nationalen Umfrage zu Drogenkonsum und Gesundheit der USA der Jahre 2004-2013 zeigten Forscher, dass der Cannabiskonsum unter Erwachsenen über 26 Jahre zugenommen hatte, jedoch nicht bei jungen Leuten.
Columbia Universität, New York, USA.
Martins SS, et al. Drug Alcohol Depend. 2016;169:26-32.

Wissenschaft/Tier: CBD aktiviert in hohen Dosen den Dopamin-2-Rezeptor
CBD (Cannabidiol) ist nicht dafür bekannt, am Dopamin-2-Rezeptor (D2-Rezeptor) zu wirken, neue Forschung zeigt jedoch, dass hohe CBD-Dosen an den D2-Rezeptor binden, wie das andere antipsychotische Medikamente machen.
Klinik für Psychiatrie, Universität von Toronto, Kanada.
Seeman P, et al. Transl Psychiatry. 2016;6(10):e920.

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum erhöht nicht das Sterberisiko bei Drogenabhängigen
In einem Kollektiv von 474 Patienten mit einer Abhängigkeit von Opiaten, Kokain oder Alkohol erhöhte der zusätzliche Konsum von Cannabis nicht das Sterberisiko.
Hospital Universitari Germans Trias i Pujol, Universitat Autònoma de Barcelona, Badalona, Spanien.
Fuster D, et al. J Addict Med, 6. Oktober 2016 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD zeigte prophylaktische Wirkungen gegen Typ-1-Diabetes
Genetisch modifizierte Mäuse, die spontan einen Diabetes entwickeln, entwickelten einen Typ-1-Diabetes erst später und zeigten signifikant reduzierte Zeichen einer Entzündung, wenn sie mit CBD (Cannabidiol) behandelt wurden.
Abteilung für Anästhesie, Schmerzbehandlung und perioperative Medizin, Dalhousie-Universität, Halifax, Kanada.
Lehmann C, et al. Clin Hemorheol Microcirc, 18. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Gene für den CB1-Rezeptor beeinflussen das Kopfschmerz-Risiko
Menschen mit einer bestimmten Variante des Gens, das den CB1-Rezeptor kodiert, haben ein erhöhtes Risiko für Kopfschmerzen mit Übelkeit, „was einen spezifischen pathologischen Mechanismus bei der Entwicklung der Migräne nahelegt und darauf hindeutet, dass eine Untergruppe von Migränepatienten, die an Stress-induzierter Migräne mit häufiger Übelkeit leiden, von Behandlungen profitieren könnten, die den Endocannabinoidtonus erhöhen“.
Ungarische Akademie der Wissenschaften, Semmelweis-Universität, Budapest, Ungarn.
Juhasz G, et al. Genes Brain Behav, 19. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Etwa ein Drittel der medizinischen Cannabiskonsumenten verwendet einen Verdampfer, aber nur sehr wenige diesen allein
In einer Gruppe von 1485 Konsumenten von medizinischem Cannabis aus dem südlichen Michigan gaben 39 % an, dass sie innerhalb des vergangenen Monats einen Verdampfer (Vaporizer) verwendet hatten, aber nur 2,3 % erklärten, dass die Verwendung eines Vaporizers die einzige Methode der Einnahme war.
Klinik für Psychiatrie, Universität von Michigan, Ann Arbor, USA.
Cranford JA, et al. Drug Alcohol Depend. 2016 Oct 15;169:41-47.

Wissenschaft/Mensch: Vergleich der Bioverfügbarkeit einer THC-Lösung und von THC-Kapseln
Eine neue Dronabinol/THC-Lösung wurde unter nüchternen Bedingungen bei 52 gesunden Personen mit THC-Kapseln verglichen. Die systemische Bioverfügbarkeit von 4,25 mg der THC-Lösung war ähnlich wie die von 5 mg THC-Kapseln. Die Lösung führte zu einer geringeren intraindividuellen Variabilität.
INSYS Therapeutics, Chandler, USA.
Parikh N, et al. Clin Pharmacol. 2016;8:155-162.

Wissenschaft/Mensch: Der Schlaf ist am besten bei gelegentlichen Cannabiskonsumenten
Insgesamt wurden 98 Personen (davon 53 Frauen) mit einem Durchschnittsalter von 22,3 Jahren hinsichtlich ihrer Schlafqualität in Abhängigkeit vom Cannabiskonsum verglichen, nicht tägliche Cannabiskonsumenten (n = 29), tägliche Konsumenten (n = 49) und Nichtkonsumenten (n = 20). Die höchsten mittleren Schlaflosigkeitswerte wurden bei täglichen Konsumenten (7,0) gefunden, verglichen mit nicht täglichen Konsumenten (4,9) und Nichtkonsumenten (5,0). Ein schlechter Schlaf wurde bei 10,3 % der nicht täglichen Konsumenten, 38,8 % der täglichen Konsumenten und 20,0 % der Nichtkonsumenten festgestellt.
Forschungszentrum für Abhängigkeit, Universität von Michigan, Ann Arbor, USA.
Conroy DA, et al. J Addict Dis. 2016;35(2):135-43.

Wissenschaft/Tier: Cannabinoide sind wirksam gegen das Multiple Myelom/Plasmozytom
Bei Zellen von Patienten mit Myelom (Plasmozytom) induzierte das synthetische Cannabinoid WIN 55,212-2 Apoptosen (programmierter Zelltod). Diese Wirkung wurde durch den CB2-Rezeptor vermittelt. Das Cannabinoid verstärkte die Wirksamkeit von Dexamethason und Melphalan gegen das Myelom. Bei Mäusen mit Myelom unterdrückte das Cannabinoid das Tumorwachstum.
Universitätskrankenhaus Virgen del Rocío, Universidad de Sevilla, Spanien.
Barbado MV, et al. Int J Cancer, 25. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die Aktivierung des CB1-Rezeptors reduziert Stress
In einem Rattenmodell für Stress (forcierter Schwimmtest) reduzierte die Aktivierung des CB1-Rezeptors und ein Antagonismus am TRPV1-Rezeptor Stress und übte antidepressive Wirkungen aus.
Institut für pharmazeutische Wissenschaften von Ribeirão Preto, Universität von Sao Paulo, Brasilien.
Sartim AG, et al. Neuroscience, 19. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Die Aktivierung des Cannabinoid-2-Rezeptors bewirkte antifibrotische Wirkungen
Bei Ratten reduzierte das synthetische Cannabinoid JWH-133, das den CB2-Rezeptor aktiviert, die Fibrose nach einer Blutung in die Ventrikel des Gehirns und reduzierte so die Neigung zu einem Hydrozephalus.
Dritte Militärische Medizinische Universität, Chongqing, China.
Tan Q, et al. Brain Res, 18. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Das Endocannabinoidsystem spielt eine Rolle beim Schlaf
Neue Forschung zeigt, dass Elemente des Endocannabinoidsystems, wie der CB1-Rezeptor, FAAH (Fettsäureamidhydrolase) und AMT (Anandamid-Membrantransporter), die Schlaf-Homöostase nach einer längeren Wachphase modulieren.
Universität Anáhuac Mayab, Mérida, Mexiko.
Murillo-Rodríguez E, et al Neuroscience, 13. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Zellen: THC und CBD hemmen Myelom-Zellen
CBD und THC, vor allem in Kombination, waren in der Lage, die Lebensfähigkeit von Myelom-Zellen durch Indizierung einer Autophagie-abhängigen Nekrose zu reduzieren, und sie reduzierten die Zellwanderung. Die Cannabinoide wirkten in Synergie mit Carfilzomib, einem neuen Immunproteasom-Hemmer.
Fakultät für Pharmazie, Universität von Camerino, Italien.
Nabissi M, et al. Oncotarget, 18. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Zellen: Cannabinoide reduzieren Nervenschäden durch das Amyloid-Beta-Peptid
Mehrere Cannabinoide reduzierten den Nervenzellschaden, der durch Amyloid-Beta-Peptid, das vermehrt beim Morbus Alzheimer vorkommt, verursacht wird. Forscher entdecken einige Mechanismen dieser Wirkung.
Escuela de Medicina, Pontificia Universidad Católica de Chile, Santiago, Chile.
Gajardo-Gómez R, et al. Glia, 19. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Zellen: Die Blockierung des CB1-Rezeptors reduzierte das Wachstum von Nierenkarzinomzellen
Die Zahl der CB1-Rezeptoren war beim menschlichen Nierenkrebs erhöht. Die Blockade des CB1-Rezeptors reduzierte signifikant das Wachstum der Krebszellen.
Renji-Krankenhaus, medizinische Fakultät, Shanghai Jiaotong Universität, China.
Wang J, et al. Tumour Biol, 18. Oktober 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Ein CBD-Extrakt verbesserte Symptome einer Darmentzündung
Bei Mäusen, bei denen durch eine Chemikalie eine Colitis induziert worden war, reduzierte ein CBD-Extrakt die Schäden und die Darmbewegungen.
Universität von Neapel Federico II, Italien.
Pagano E, et al. Front Pharmacol. 2016;7:341.

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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Erklärung

Erklärung der Menschenrechte für den medizinischen Zugang zu Cannabis und Cannabinoiden

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