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IACM-Informationen vom 23. Juli 2016

Wissenschaft/Mensch: Medizinische Cannabisgesetze in den USA sind mit einer Reduzierung von Krankschreibungen verbunden

Unter Verwendung des Current Population Survey fand eine Studie raus, dass die Abwesenheit von der Arbeit aufgrund von Erkrankungen in den 24 Staaten mit medizinischen Cannabisgesetzen, die analysiert wurden, abgenommen hatte. Die Wirkung war am stärksten bei Vollbeschäftigten und bei Männern in einem mittleren Lebensalter, die Gruppe, die am häufigsten medizinische Cannabis-Karten besitzt.

Vollzeitbeschäftigte im Alter zwischen 50 und 59 Jahren gaben 13 % weniger wahrscheinlich Abwesenheiten aufgrund von Erkrankungen nach der Legalisierung von medizinischem Cannabis an. Männer im Alter zwischen 40 und 49 Jahren gaben 11 % weniger wahrscheinlich und Männer im Alter zwischen 30 und 39 Jahren gaben 16 % weniger wahrscheinlich eine krankheitsbedingte Abwesenheit an. „Die Ergebnisse dieses Papiers legen daher nahe, dass die Legalisierung von medizinischem Marihuana die Kosten für Arbeitgeber senkt, da sie die selbst angegebene Abwesenheit von der Arbeit aufgrund von Erkrankung/medizinischen Themen reduziert hat“, schrieb Dr. Darin F. Ullman, Professor am Institut für Wirtschaftswissenschaften der Universität von Wisconsin in Milwaukee (USA).

Ullman DF. The Effect of Medical Marijuana on Sickness Absence. Health Economics, 15. Juli 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: Aggressionen nehmen nach einer klinischen Studie nach Cannabiskonsum ab

Unter Verwendung eines validierten Verfahrens zur Messung von Aggressionen als Antwort auf eine Provokation nahmen Aggressionen nach Alkoholkonsum signifikant zu und nach Cannabiskonsum ab. Die Studie an der Universität von Maastricht (Niederlande) schloss starke Alkoholkonsumenten (n = 20), regelmäßige Cannabiskonsumenten (n = 21) und eine Kontrollgruppe (n = 20) ein. Alkohol- und Cannabiskonsumenten erhielten einzelne Dosen Alkohol und Placebo bzw. Cannabis und Placebo. Sie wurden bestimmten Tests ausgesetzt, die es erlauben, Aggressionen zu messen.

Die subjektive Aggression nahm nach Aggressionsexposition in allen Gruppen zu, wenn sie nüchtern waren. Die Alkoholverwendung verstärkte die subjektive Aggression, während Cannabis die subjektive Aggression nach Aggressionsexposition reduzierte. Aggressive Reaktionen während des PSAP (Point-Subtraction Aggression Paradigm) nahmen nach Alkohol im Vergleich zum Placebo zu, während sie nach Cannabis abnahmen. Die Autoren folgerten, „dass Alkohol Gefühle von Aggressionen erleichtert, während Cannabis aggressive Gefühle bei starken Alkohol- bzw. regelmäßigen Cannabiskonsumenten reduziert“.

De Sousa Fernandes Perna EB, Theunissen EL, Kuypers KP, Toennes SW, Ramaekers JG. Subjective aggression during alcohol and cannabis intoxication before and after aggression exposure. Psychopharmacology (Berl), 15. Juli 2016 [Im Druck]

Kurzmeldungen

Wissenschaft/Mensch: Medizinische Cannabisgesetze in den USA sind mit einer Zunahme der wahrgenommenen Schädlichkeit von Cannabis verbunden
In einer Studie mit 1.134.734 Heranwachsenden war die Verabschiedung von medizinischen Cannabisgesetzen mit einer Zunahme der wahrgenommenen Schädlichkeit verbunden.
Columbia-Universität, New York, USA.
Keyes KM, et al. Addiction, 9. Juli 2016 [im Druck]

Griechenland: Das Gesundheitsministerium will die medizinische Verwendung von Cannabis erlauben
Das griechische Gesundheitsministerium kündigte die Bildung einer Arbeitsgruppe an, die aus Akademikern, Psychiatern, wissenschaftlichen und juristischen Beratern des Premierministers, des Gesundheitsministeriums und des Justizministeriums sowie Mitgliedern von Patientenorganisationen besteht, um eine Diskussion zur medizinischen Verwendung von Cannabis zu initiieren.
Greek Reporter vom 21. Juli 2016

Kanada/Deutschland: Cannabisblüten aus Kanada sollen in deutschen Apotheken erhältlich sein
Nach Pressemitteilungen von Tweed, dem größten Hersteller von Cannabisblüten in Kanada, und dem deutschen Unternehmen MedCann, das Apotheken mit Cannabisprodukten beliefern will, sollen ab August 2016 die ersten zwei Sorten des kanadischen Herstellers in deutschen Apotheken erhältlich sein.
Pressemitteilung von Canopy Growth Corporation vom 23. Juli 2016

USA: Die flüssige THC-Zubereitung Syndros erhält eine Zulassung durch die Gesundheitsbehörden
Die FDA (Food and Drug Administration) hat die orale Zubereitung Syndros, eine flüssige THC-Zubereitung, von Insys Therapeutics zugelassen. Syndros darf bei Patienten mit Appetitlosigkeit bei Aids sowie bei Krebspatienten mit Übelkeit und Erbrechen aufgrund einer Chemotherapie, die nicht adäquat auf übliche übelkeitshemmende Medikamente angesprochen haben, verwendet werden.
Pharmacy Times vom 11. Juli 2016

Großbritannien: Die meisten Mitglieder des Parlaments unterstützen die medizinische Verwendung von Cannabis
Mehr als die Hälfte der Parlamentsmitglieder wollen, dass die medizinische Verwendung von Cannabis legalisiert wird. Das fand eine Umfrage von Populus heraus. Die Frage, die Parlamentsdebatten zu dem Thema begleitet, fand heraus, dass 58 % der Parlamentsmitglieder die Verwendung von Cannabis für Menschen mit Erkrankungen unterstützen. Nur 27 % sprachen sich dagegen aus.
Daily Telegraph vom 10. Juli 2016

Wissenschaft/Mensch: Wie man einer Entblindung bei klinischen Studien mit Cannabinoiden vorbeugen kann
In placebokontrollierten doppelblinden Studien mit THC und Cannabis können einige Patienten die THC-Wirkung wahrnehmen und daher die Verblindung aufheben. Verblindung bedeutet, dass Patienten nicht wissen, ob sie ein Placebo oder das aktive Medikament (in diesem Fall Cannabinoide) erhalten. Die Autoren geben Hinweise, wie man die Verblindung und die Qualität der Studie erhalten kann.
Zentrum für Medizinische Cannabisforschung, Universität von Kalifornien, San Diego, USA.
Wilsey B, et al. Cannabis and Cannabinoid Research 2016;1(1):139-148.

Wissenschaft/Tier: Cannabinoide können hilfreich bei der Abnahme der geistigen Leistungsfähigkeit aufgrund einer Arteriosklerose im Gehirn sein
Eine chronische Reduzierung der Blutversorgung des Gehirns verursacht Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit bei Ratten. Das synthetische Cannabinoid WIN 55,212-2 und Endocannabinoide verbessern die geistige Leistungsfähigkeit.
Medizinische Fakultät, Tongji-Universität, Shanghai, China.
Su SH, et al. Behav Brain Res, 14. Juli 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: THC und CBDA wirken synergistisch gegen Übelkeit
In einem Rattenmodell für Übelkeit wirkte eine Kombination aus THC und CBDA (Cannabidiol-Säure synergistisch. Die Autoren folgerten aus ihren Untersuchungen, dass „die orale Verabreichung von unterschwelligen Dosen von THC und CBDA eine wirksame neue Behandlung für akute Übelkeit und antizipatorische Übelkeit und Appetitsteigerung bei Chemotherapie-Patienten sein könnte“.
Institut für Psychologie und das Neurowissenschaftsprogramm, Universität von Guelph, Kanada.
Rock EM, et al. Psychopharmacology (Berl), 20. Juli 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Ein synthetischer Abkömmling von Cannabigerol könnte nützlich bei Gehirnentzündungen sein
In Studien mit Mausmodellen erwies sich VCE-003, ein synthetischer Abkömmling von Cannabigerol (CBG) nervenschützend und entzündungshemmend und könnte daher „ein hohes Potenzial für die Behandlung des Morbus Huntington und anderer neurodegenerativer Erkrankungen mit neuroinflammatorischen Zügen besitzen“.
Instituto Ramón y Cajal de Investigación Sanitaria (IRYCIS), Madrid, Spanien.
Díaz-Alonso J, et al. Sci Rep 2016;6:29789.

Wissenschaft/Zellen: CBD könnte hilfreich bei Bandscheibenvorfällen sein
Zellen des inneren gelartigen Zentrums, des Nucleus pulposus, von Bandscheiben wurden Ratten entnommen. Experimente zeigten, dass CBD (Cannabidiol) schützende Wirkungen auf diese Zellen haben kann.
Zweites Angeschlossenes Krankenhaus der medizinischen Fakultät der Xi'an Jiaotong Universität, Xi'an, China.
Chen JHou C, et al. Mol Med Rep, 13. Juli 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Mensch: CB1-Rezeptoren nehmen nach Schlaganfall zu
Unter Verwendung von Gewebe von 9 Patienten, die an einem Hirninfarkt gestorben sind, fanden Forscher heraus, dass die Zahl der CB1-Rezeptoren in den ischämischen Regionen zugenommen hatte, „was eine Entzündungsreaktion auf die ischämische Verletzung nahelegt“.
Cattinara-Krankenhaus, Triest, Italien.
Caruso P, et al. J Stroke Cerebrovasc Dis, 14. Juli 2016 [im Druck]

Wissenschaft: THC-Kapseln sind bei Raumtemperatur 3 Monate stabil
Forschung zeigt, dass THC-Kapseln (Dronabinol) in ihrer Originalpackung bis zu 3 Monate bei Raumtemperatur gelagert werden können, ohne dass sich die Kapseln in ihrem Aussehen verändern, mit einer Minimalreduzierung der THC-Konzentration.
Skaggs Fakultät für Pharmazie und pharmazeutische Wissenschaften, Universität von Colorado, Aurora, USA.
Wempe MF, et al. Am J Health Syst Pharm 2016;73(14):1088-92.

Wissenschaft/Zellen: PEA und Luteolin wirken synergistisch beim Schutz von Hirnzellen
Wissenschaftler zeigten, dass die Kombination aus Palmitoylethanolamid (PEA), ein Endocannabinoid, und des Flavonoids Luteolin nervenschützende Wirkungen durch eine Reduzierung der Giftigkeit für Nervenzellen, die durch Mastzellen vermittelt wird, sowie der Empfindlichkeit gegenüber einer Unterversorgung mit Glukose ausüben.
Universität von Brescia, Italien.
Parrella E, et al. Brain Res, 13. Juli 2016 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Abnormales CBD könnte nützlich bei entzündlichen Darmerkrankungen sein
In einem Mausmodell für Darmentzündungen reduzierte das synthetische Cannabinoid abnormales CBD die Entzündung und verbesserte die Wundheilung.
Universität von Calgary, Kanada.
Krohn RM, et al. J Inflamm (Lond) 2016;13:21

Wissenschaft/Tier: Ein synthetischer CBD-Abkömmling war potenter als CBD
In Experimenten mit Mäusen war ein synthetisches fluoriertes CBD, genannt HUF-101, wirksamer als CBD bei der Entwicklung angstlösender, antidepressiver, antipsychotischer und krampflösender Wirkungen.
Medizinische Fakultät, Hebräische Universität, Jerusalem, Israel.
Breuer A, et al. PLoS One 2016;11(7):e0158779.

Wissenschaft/Mensch: Cannabiskonsum hat keine Wirkung auf die Viruslast bei HIV-positiven Patienten
In einer Umfrage unter 1902 Personen, die mit HIV leben, gaben 20 % einen Cannabiskonsum an. Die Daten zeigten, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Cannabiskonsum und Unterdrückung des HI-Virus durch eine Standardtherapie gab.
Medizinische Fakultät, Universität von Florida, Gainesville, USA.
Okafor CN, et al. Am J Drug Alcohol Abuse. 2016:1-8.

Wissenschaft/Mensch: Bestimmte genetische Varianten von FAAH waren mit vermehrten Cannabiskonsumstörungen assoziiert
Bestimmte genetische Varianten des Enzyms FAAH (Fettsäureamidhydrolase), das für den Abbau von Anandamid verantwortlich ist, sind mit einem erhöhten Risiko von Cannabiskonsumstörungen bei jungen Erwachsenen assoziiert.
Das Scripps-Forschungsinstitut, La Jolla, USA.
Melroy-Greif WE, et al. Drug Alcohol Depend, 25. Juni 2016 [im Druck]

Blick in die Vergangenheit

Vor einem Jahr

Vor zwei Jahren

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