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IACM-Informationen vom 24. Januar 2015

Deutschland: Kanzlerin Merkel unterstützt Verbesserungen bei der medizinischen Verwendung von Cannabis als Medizin

Es sei „wichtig, dass wir für schwerstkranke Patientinnen und Patienten die bestehenden Möglichkeiten des Einsatzes von Cannabis als Medizin ausweiten und verbessern“, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Bitte eines Bürgers, den gegenwärtigen rechtlichen Status von Cannabis in Deutschland zu überdenken. Die Frage und die Antwort der Bundeskanzlerin wurden auf einer Webseite abgedruckt, auf der die Kanzlerin direkt auf Fragen deutscher Bürger antwortet, wenn diese Frage von vielen unterstützt wird.

Eine generelle Legalisierung wird von Frau Merkel grundsätzlich abgelehnt, jedoch seien Verbesserungen bei der medizinischen Verwendung von Cannabis wichtig. „In Deutschland ist die Behandlung mit Cannabis auf medizinischer Basis bereits unter besonderen Voraussetzungen erlaubt. Das Bundesgesundheitsministerium arbeitet derzeit an einer Regelung, die den Interessen der Patientinnen und Patienten Rechnung tragen soll.” Am 22. Juli 2014 hatten drei Patienten erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht Köln auf ein Recht zum Eigenanbau von Cannabis für medizinische Zwecke geklagt. Die Bundesregierung war jedoch in Berufung gegangen. Nach Informationen aus Politikerkreisen sei diese Berufung eingelegt worden, um mehr Zeit für die Erarbeitung eines Konzepts zur Lösung dieses Problems zu gewinnen.

Antwort von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf direktzurkanzlerin.de vom 16. Januar 2015

Jamaika: Regierung will den Besitz von Cannabis für medizinische und religiöse Zwecke erlauben

Das Regierungskabinett hat eine Gesetzesvorlage angenommen, die den Besitz von 2 Unzen (56 g) Cannabis entkriminalisieren würde. Es würde auch die Entwicklung einer Industrie für medizinischen Cannabis erlauben. Das Gesetz muss noch vom Senat verabschiedet werden. Die Gesetzesvorlage würde eine Cannabis-Lizenzbehörde zur Regulierung des Anbaus, Verkaufs und der Verteilung der Droge für medizinische, wissenschaftliche und therapeutische Zwecke einrichten. „Wir müssen uns positionieren, und Vorteile aus den erheblichen ökonomischen Möglichkeiten dieser aufstrebenden Industrie ziehen“, erklärte Justizminister Mark Golding.

Die neuen Regelungen würden den Besitz von 2 Unzen oder weniger zu einer Ordnungswidrigkeit machen. Auch der Anbau von fünf oder weniger Pflanzen würde in jeder Räumlichkeit erlaubt sein. Das Gesetz würde es den Rastafari, die Cannabis als Sakrament verwenden, erlauben, ihn legal für religiöse Zwecke zu nutzen. Golding geht davon aus, dass die Legalisierung der Droge der populären Tourismusindustrie des Landes neuen Schwung verleihen könnte.

The Guardian vom 22. Januar 2015

Kurzmeldungen

Wissenschaft/Mensch: Eine Studie deckt erhebliche Datenlücken zu Opiaten bei chronischen Schmerzen auf
Ein Weißbuch des Nationalen Instituts für Gesundheit (NIH), das am 15. Januar veröffentlicht wurde, hat erhebliche Datenlücken hinsichtlich der Wirksamkeit von Opiaten bei der Behandlung langzeitiger chronischer Schmerzen ermittelt. Das Papier, das den endgültigen Bericht einer siebenköpfigen Arbeitsgruppe des NIH, die im vergangenen September gebildet wurde, darstellt, fand heraus, dass viele der Studien entweder schlecht durchgeführt wurden oder eine unzureichende Dauer aufwiesen. Sie folgerten, dass "Opioide klar die beste Behandlung für einige Patienten mit chronischen Schmerzen sind, es gibt jedoch wahrscheinlich eine wirksamere Herangehensweise für viele andere".
Reuben DB, et al. Ann Intern Med, 13. Januar 2015 [Im Druck]

USA: Etwa ein Prozent der Bürger von Michigan dürfen Cannabis für medizinische Zwecke verwenden
Im vergangenen Jahr betrug die Zahl der Ausweise für Patienten im medizinischen Cannabis-Programm nach Angaben des zuständigen Ministeriums insgesamt 96.408. Die Einwohnerzahl von Michigan betrug im Jahr 2014 etwa 9,9 Millionen.
Detroit News vom 18. Januar 2015

Chile: Ein zweites Unternehmen darf Cannabis für medizinische Zwecke anbauen
Die chilenischen Behörden haben dem Unternehmen Agrofuturo die Durchführung eines Projekts zum Anbau und zur Ernte von Cannabis für medizinische Zwecke erlaubt, die zweite Initiative dieser Art in Chile. Die Behörden erläuterten, dass Agrofuturo Cannabis für nationale und internationale Märkte produzieren werde.
Latin American Herald Tribune

Israel: Es wird erwartet, dass weitere Landwirte eine Erlaubnis zum Anbau von Cannabis für therapeutische Zwecke erhalten werden
Es wird erwartet, dass das Gesundheitsministerium Ende des Monats eine Ausschreibung veröffentlichen wird, die es weiteren Landwirten erlauben wird, Cannabis für medizinische Zwecke in Israel anzubauen. Es wird erwartet, dass mindestens zehn Landwirte einen solchen Antrag stellen wollen. Es gibt zurzeit acht lizenzierte Cannabis-Anbauer in Israel.
Haaretz vom 5. Januar 2015

Wissenschaft/Mensch: Der Zusammenhang zwischen Psychosen und Cannabiskonsum könnte zum Teil auf Alkoholkonsum basieren
In einer prospektiven Studie mit 341 Teilnehmern mit einem hohen Risiko für die Entwicklung einer Psychose fanden Forscher, dass Cannabiskonsum mit einem erhöhten Risiko für Psychosen assoziiert war, dieser Effekt wurde jedoch zum Teil durch den gleichzeitigen Alkoholkonsum vermittelt. Die Forscher schrieben, dass "die Ergebnisse die Notwendigkeit zur Kontrolle anderen Substanzkonsums hervorheben, um die Beziehung zwischen Cannabis und Psychosen nicht überzubewerten".
Das Zucker Hillside-Hospital, Glen Oaks, USA.
Auther AM, et al. Acta Psychiatr Scand, 9. Januar 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Zellen: Die Aktivierung des CB1-Rezeptors induziert den Zelltod bei Prostata-Krebszellen
Die Behandlung von Prostata-Krebszellen mit den Endocannabinoiden Anandamid und 2-Arachidonoylglycerol induzierte Apoptosen (programmierten Zelltod), und diese Wirkung war durch den Cannabinoid-1-Rezeptor vermittelt.
Institut für Biomedizinische Wissenschaften, Medizinische Fakultät, Universität von Chile, Santiago, Chile.
Orellana-Serradell O, et al. Oncol Rep, 21. Januar 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die Aktivierung des CB2-Rezeptors reduziert Gelenkentzündungen
In einem Mausmodell für rheumatoide Arthritis reduzierte ein synthetisches Cannabinoid (HU-308), das selektiv den CB2-Rezeptor aktiviert, Gelenkentzündungen, "durch Hemmung der Produktion von Autoantikörpern und entzündungsfördernder Zytokine".
Zweite militärische medizinische Universität, Shanghai, China.
Gui H, et al. Immunobiology, 30. Dezember 2014 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD verbessert das Überleben in einem Tiermodell der Malaria mit Beteiligung des Gehirns
Cannabidiol (CBD) verbessert das Überleben und fördert die Rettung kognitiver Funktionen in einem Mausmodell der Malaria, die das Gehirn betrifft (zerebrale Malaria). Zerebrale Malaria, eine schwere Form der Malaria, die mit Hirnschäden einhergeht, kann durch die Infektion mit Plasmodium falciparum verursacht werden.
Institut für biologische Wissenschaften, Bundesuniversität von Minas Gerais, Belo Horizonte, Brasilien.
de Campos AC, et al. Neuroscience, 13. Januar 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD und THCV hemmen die Entwicklung der Fettleber
Forschung mit Zebrafischen und fettleibigen Mäusen zeigt, dass die Cannabinoide CBD (Cannabidiol) und THCV (Tetrahydrocannabivarin) die Fettkonzentration in Leberzellen reduzieren und in die Entwicklung einer Fettleber hemmen.
Institut für biomolekulare Chemie, Consiglio Nazionale delle Ricerche, Pozzuoli, Neapel, Italien.
Silvestri C, et al. J Hepatol. 2015 Jan 13. [Im Druck]

Wissenschaft/Zellen: Endocannabinoide entspannen glatte Muskelzellen der Blutgefäße
Forschung mit Teilen der Aorta von Mäusen und Ratten zeigt, dass die Kontraktion von Blutgefäßen, die durch bestimmte Rezeptoren (GPCR) verursacht wird, durch die Bildung des Endocannabinoids 2-Arachidonoylglycerol (2-AG) abgeschwächt wird. Die Autoren folgerten, dass die "Endocannabinoid-Freisetzung ein therapeutisches Potenzial bei erhöhtem Gefäßtonus und Bluthochdruck hat".
Institut für Physiologie, Semmelweis-Universität, Budapest, Ungarn.
Szekeres M, et al. Mol Cell Endocrinol, 13. Januar 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD verbesserte in Kombination mit einer anderen Substanz die Krebs hemmenden Wirkungen von CBD beim Glioblastom
Eine Untergruppe von Glioblastom-Zellen (ein aggressiver Hirntumor), Gliom-Stammzellen, ist besonders in der Lage, Standardtherapien zu widerstehen oder sich anzupassen, was zu einer therapeutischen Resistenz führt. Forscher untersuchten Mechanismen, die der Gliom-Stammzell-Resistenz gegenüber Cannabidiol (CBD) zu Grunde liegt. Eine Kombination einer CBD-Behandlung mit der Änderung des so genannten Xc-Systems führte zu robusten Tumor hemmenden Wirkungen, also zu einem geringeren Überleben von Gliom-Stammzellen.
California Pacific Medical Center Research Institute, San Francisco, USA.
Singer E, et al. Cell Death 2015;6:e1601.

Wissenschaft/Tier: Die Aktivierung von CB2-Rezeptoren verbesserte den Reparaturprozess von Skelettmuskeln
Forschung mit Ratten zeigte verschiedene Wirkungen einer CB2-Rezeptoraktivierung bei der "Verbesserung der Regeneration von Muskeln, sowie ihr Potenzial für die klinische Anwendung bei Patienten mit Verletzungen und Erkrankungen der Skelettmuskulatur".
China Medical University School of Forensic Medicine, Shenyang, China.
Yu T, et al. Histol Histopathol, 15. Januar 2015 [Im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die CB1-Rezeptoraktivierung kann die Bildung von Leberkrebs fördern
Forschung mit Mäusen zeigt, dass die Aktivierung des Cannabinoid-1-Rezeptors die Zunahme der Entwicklung von Leberkrebs steigern kann. Die Autoren folgerten, dass dies "das therapeutische Potenzial einer peripheren CB1R-Blockade hervorhebt".
Nationales Institut für Alkoholmissbrauch und Alkoholismus, Bethesda, USA.
Mukhopadhyay B, et al.Hepatology, 7. Januar 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Die Aktivierung des CB1-Rezeptors hemmt eine verstärkte Blasenaktivität
Forschung mit Mäusen legt nahe, "dass die Aktivierung von CB1 eine durch NGF (Nerven-Wachstumsfaktor) induzierte verstärkte Blasenaktivität hemmt“. Der Nerven-Wachstumsfaktor ist ein wichtiger Vermittler entzündliche Schmerzen.
Institut für chirurgische Wissenschaften, Universität von Wisconsin, Madison, USA.
Wang ZY, et al. Neurosci Lett, 6. Januar 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: Eine periphere Aktivierung des CB1-Rezeptors reduziert die Darmbewegungen
Ein synthetisches Cannabinoid (AM841), das CB1-Rezeptoren aktiviert, jedoch nicht in das Gehirn eindringt, reduziert die Darmbewegungen durch eine Aktivierung von CB1-Rezeptoren im Dünn- und Dickdarm. Die Autoren folgerten, dass dieses Cannabinoid "eine neue Klasse potentieller therapeutischer Substanzen für die Behandlung funktioneller gastrointestinaler Störungen repräsentiert".
Cumming School of Medicine, Universität von Calgary, Kanada
Keenan CM, et al. Br J Pharmacol, 9. Januar 2015 [im Druck]

Wissenschaft/Tier: CBD reduziert die Toxizität von Doxorubicin
Doxorubicin ist ein häufig verwendetes, potentes Chemotherapeutikum, das schwere Herzschädigungen verursachen kann. Forschung mit Mäusen zeigt, dass diese Nebenwirkung durch CBD (Cannabidiol) abgeschwächt werden kann.
Institut für Alkoholmissbrauch und Alkoholismus, Nationale Institute für Gesundheit, Bethesda, USA.
Hao E, et al. Mol Med, 6. Januar 2015 [im Druck]

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