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IACM-Informationen vom 27. August 2011

USA: Maryland beginnt ein Verfahren zur Legalisierung von Cannabis für medizinische Zwecke

Ein Programm zur Legalisierung von medizinischem Cannabis in Maryland wird die Verteilung der Droge vermutlich in die Hände von akademischen Forschungsprogrammen geben und sie nur für eine begrenzte Zahl ausgewählter Patienten verfügbar machen. Dies erklärten Vertreter des Staates am 17. August. Die Mitglieder einer vom Staat eingesetzten Arbeitsgruppe zur Untersuchung und Ausarbeitung eines neuen Gesetzes für medizinischen Cannabis erklärten, dass sie wahrscheinlich einen Plan entwickeln wollen, der die Verteilung und Verwendung der Droge streng reguliert, um Bedenken der Bundesbehörden aus dem Weg zu gehen und einen Missbrauch zu vermeiden, der in einigen anderen Staaten, die die Verwendung der Droge durch ärztliche Verschreibung und Verteilungsstellen erlauben, beobachtet wird.

"Ich würde nicht sagen, dass es sich notwendigerweise um eine Legalisierung in einem sehr weiten Sinn handelt", erklärte Dr. Joshua M. Sharfstein vom Gesundheitsministerium von Maryland und Vorsitzender der Arbeitsgruppe. "Dies ist ein ziemlich eng gefasstes Konzept, und es ist denkbar, dass es hilfreich sein könnte. Es erkennt an, dass es einen möglichen Nutzen und potentielle Risiken gibt." In diesem Jahr hatte das staatliche Repräsentantenhaus ein Gesetz verabschiedet, das die Arbeitsgruppe eingesetzt hat und medizinischen Cannabiskonsumenten erlaubt, vor Gericht vom Vorwurf des illegalen Drogenbesitzes freigesprochen zu werden, wenn sie eine medizinische Notwendigkeit nachweisen können.

Mehr unter:
www.washingtontimes.com/news/2011/aug/17/marylands-marijuana-program-would-be-conscientious/print/

(Quelle: Washington Times vom 17. August 2011)

Wissenschaft: Genom der Cannabispflanze ist entschlüsselt

Ein Unternehmen aus Massachusetts erklärte, das es die Struktur des Cannabis-Genoms veröffentlichen werde, um das Verständnis seines therapeutischen Potenzials zu fördern. Kevin McKernan, Gründer von Medicinal Genomics in Marblehead, erklärte, die medizinische Cannabis-Industrie könnte die Daten verwenden, um neue, bessere Cannabissorten anzubieten, die an die spezifischen Erkrankungen von Patienten angepasst sind.

Medicinal Genomics will mit pharmazeutischen Unternehmen zusammenarbeiten, um von der Pflanze hergestellte Substanzen zu erforschen, erklärte er. Das Unternehmen könnte beispielsweise Erkenntnisse des genetischen Bauplans der Pflanze nutzen, um Pflanzen herzustellen, die mehr an bestimmten Komponenten, wie beispielsweise Cannabidiol, produziert. "Die Genetik war bisher schlecht verstanden", erklärte McKernan.

Mehr unter:
- www.upi.com/Top_News/US/2011/08/18/Genetic-code-of-marijuana-to-be-published/UPI-26931313688674/#ixzz1W8Zqbpwv <www.upi.com/Top_News/US/2011/08/18/Genetic-code-of-marijuana-to-be-published/UPI-26931313688674/>
- articles.boston.com/2011-08-18/news/29901462_1_sequencing-cannabis-genetic-blueprint

(Quellen: UPI vom 18. August 2011, Boston Globe vom 18. August 2011)

Griechenland: Regierung plant die Entkriminalisierung des Drogenbesitzes für den Eigenbedarf

Die griechische Regierung hat in einem Gesetzentwurf, den Justizminister Miltiadis Papaioannou an den Ausschuss für soziale Angelegenheiten geschickt hat, Vorschläge zur Entkriminalisierung von Drogen gemacht. Danach soll der Drogenbesitz nicht länger kriminalisiert werden, solange er nur das Verhalten und den Zustand des Konsumenten betrifft. Die Reform soll die Zahl der jungen Drogenkonsumenten und den Handel mit illegalen Substanzen reduzieren.

Nach dem Gesetzentwurf gibt es eine reduzierte Schuld, wenn die betroffene Person beweisen kann, dass der Besitz und der Anbau nur für den Eigenbedarf erfolgte. Gerichte können zudem bei Drogenkonsumenten, die Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz begangen haben, statt einer Gefängnisstrafe die Teilnahme an einem Behandlungsprogramm für die Entgiftung und psychologische Begleitung von Drogenabhängigen anordnen. Drogenhandel wird weiterhin als Straftat behandelt.

Mehr unter:
www.talkingdrugs.org/decimalisation-of-drugs-in-greece

(Quelle: Talkingdrugs.org vom 3. August 2011)

Kurzmeldungen

Wissenschaft: Schmerzen
Forscher an der Nationalen Universität von Irland in Galway untersuchten die Rolle des Endocannabinoidsystems bei der durch Furcht ausgelösten Schmerzreduzierung. Sie fanden heraus, dass die Spiegel der beiden Endocannabinoide 2-AG (2-Arachidonoylglyzerol) und Anandamid bei Ratten, die Furcht erleben, in einer bestimmten Gehirnregion, dem Hippocampus, erhöht sind. (Quelle: Ford GK, et al. Pain, 22. August 2011 [im Druck])

Wissenschaft: Multiple Sklerose
Die Substanz VCAM-1 stellt eines der wichtigsten Moleküle dar, die an der Wanderung von Blut-Leukozyten durch die Bluthirnschranke beteiligt sind, ein wichtiger Schritt bei der Entwicklung der multiplen Sklerose. Wissenschaftler am Cajal-Institut in Madrid (Spanien) zeigten in einem Tiermodell der MS, der Infektion mit dem Theiler-Virus, dass Anandamid die VCAM-1-Expression in Kulturen von Gehirn-Endothelzellen hemmt, und diese Wirkung wurde durch die Aktivierung von CB1-Rezeptoren vermittelt. Auf diese Weise könnten Cannabinoide die Entwicklung der MS hemmen. (Quelle: Mestre L, et al. J Neuroinflammation 2011;8(1):102.)

Wissenschaft: Sicherheit von THC
In den vergangenen Jahren haben Forscher an einem Zentrum für Psychiatrie in West Haven (USA) mehrere Studien mit intravenösem THC durchgeführt. Sie untersuchten die Sicherheit in allen 11 durchgeführten Studien mit intravenösem THC bei 266 Personen (14 Patienten mit Schizophrenie und 252 gesunde Probanden, von denen 76 gewohnheitsmäßige Cannabiskonsumenten waren), die insgesamt 351 THC-Infusionen und 226 Plazebo-Infusionen erhalten hatten. Sie hatten nur einmal eine schwerwiegende Nebenwirkung festgestellt und folgerten, dass "bei einer sorgfältigen Auswahl der Probanden und einem sorgfältigen Screening das Risiko für die Teilnehmer relativ gering ist". (Quelle: Carbuto M, et al. Psychopharmacology (Berl), 16. August 2011 [im Druck])

Wissenschaft: Fettleibigkeit
Wissenschaftler mehrerer französischer Institutionen untersuchten die Funktion des Endocannabinoidsystems bei übergewichtigen Personen. Nach einer Mahlzeit nahmen die Spiegel des Endocannabinoids Anandamid bei normalgewichtigen Personen signifikant ab, während bei Übergewichtigen keine signifikanten Änderungen beobachtet wurden. Ein anhaltend hoher Anandamid-Spiegel könnte das reduzierte Sättigungsgefühl bei Übergewichtigen erklären. In ähnlicher Weise nahmen die Spiegel des so genannten Peptids YY nur bei normalgewichtigen Personen zu. Sie folgerten, dass Anandamid und Peptid YY bei Fettleibigkeit fehlreguliert sind. (Quelle: Gatta-Cherifi B, et al. Int J Obes (Lond), 16. August 2011 [im Druck])

Wissenschaft: Schwangerschaft
Forscher der Universität von South Carolina (USA) untersuchten bei Ratten die Wirkungen einer THC-Exposition während der Schwangerschaft auf das Immunsystem. Sie folgerten, dass ihre "Daten zum ersten Mal zeigen, dass eine perinatale THC-Exposition eine deutliche Fehlfunktion der T-Zellen auslöst", und dass Kinder von Frauen, die während der Schwangerschaft Cannabis konsumieren, ein erhöhtes Risiko für eine Fehlfunktion des Immunsystems aufweisen könnten. (Quelle: Lombard C, et al. J Pharmacol Exp Ther, 11. August 2011 [im Druck])

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